Zur Rose: Miniapotheken in Supermärkten | APOTHEKE ADHOC
Schweiz

Zur Rose: Miniapotheken in Supermärkten

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Berlin -

Vor Ort statt Versand: Um weiter wachsen zu können, setzt Zur Rose in der Schweiz auf eigene Präsenzapotheken: Neben Flagship-Geschäften sind Mini-Filialen in Supermärkten geplant. In Bern testet Zur Rose ab dem kommenden Jahr gemeinsam mit der Supermarktkette Migros ein Shop-in-Shop-Konzept.

Im Sommer kommenden Jahres soll in der Migros-Filiale in der Berner Marktgasse eine vollwertige Apotheke entstehen. Dank modernster Technik mit vollautomatischer Einlagerung und Ausgabe der Produkte soll mitten im Markt auf einer Fläche von weniger als 50 Quadratmetern das volle Sortiment angeboten werden. Dabei gelten dieselben Konditionen wie in der Versandapotheke.

Einen Bericht der Aargauer Zeitung, wonach in etwa 50 Supermärkten eine Apotheke geplant ist, wollte eine Migros-Sprecherin nicht bestätigen. Zunächst werde das Konzept ein Jahr lang getestet, danach über einen Roll-out entschieden. Infrage kämen Standorte mit entsprechender Frequenz und ausreichend Platz.

Für die Genossenschaft ist das Shop-in-Shop-Konzept ein Novum: Zum ersten Mal erlaubt Migros einem Drittunternehmen die permanente Nutzung ihrer Filialfläche zu Geschäftszwecken. Apotheken selbst zu betreiben, sei keine Option, so die Sprecherin.

Versandapotheke und Supermarktkette haben bereits Erfahrungen miteinander: Ab Anfang 2006 sammelte die regionale Vertriebsgesellschaft Migros Aare in ausgewählten Filialen an Pick-up-Stellen Rezepte ihrer Kunden für Zur Rose und händigte die Bestellungen aus. Das Projekt kam nie über die Pilotphase hinaus und wurde nur in einer Filiale fortgeführt.

Migros Aare, als eine von zehn Vertriebsgesellschaften der Genossenschaft für die Kantone Aargau, Bern und Solothurn zuständig, steht auch hinter dem Shopping-Center „Welle 7“ am Hauptbahnhof in Bern. Hier hatte Zur Rose im Sommer die erste Flagship-Apotheke eröffnet.

Walter Oberhänsli, CEO von Zur Rose, freut sich über die Zusammenarbeit: „Mit der Migros haben wir eine glaubwürdige Partnerin für den Aufbau unseres stationären Geschäfts gefunden.“ Für die Versandapotheke geht es auch darum, das OTC-Geschäft zu retten: Das Bundesgericht hatte vor einem Jahr entschieden, dass apothekenpflichtige Arzneimittel nur verschickt werden dürfen, wenn sie in direktem Kontakt von Ärzten verschrieben wurden.

Migros-Chef Herbert Bolliger ist von der Kooperation mit der Versandapotheke überzeugt: Beide Unternehmen verbinde das Ziel, „das beste Preis-Leistungsverhältnis anzubieten“. Noch 2008 hatte Bolliger überlegt, OTC- und Gesundheitsprodukte nach dem Vorbild von dm & Co. selbst in eigenen Drogerien außerhalb der Supermärkte anzubieten. Diese Idee ist aber vom Tisch; auch weil mit der Revision des Heilmittelgesetzes die Abgabe von Arzneimitteln liberalisiert werden soll.

Stattdessen betreibt Migros das größte Netzwerk in der ambulanten medizinischen Grundversorgung in der Schweiz. Seit mehr als 30 Jahren gehören Sport- und Golfparks und Fitnesszentren zur Gruppe; diese gehen auf das sogenannte „Kulturprozent“ der Migros zurück: 1 Prozent des Umsatzes steckt die Gruppe in eigene Gesundheits- und Bildungsprojekte.

Zu diesem Bereich gehört auch Medbase mit 35 physiotherapeutischen Gesundheitszentren. Im vergangenen Jahr übernahm die Migros-Tochter außerdem die Santémed-Gesundheitszentren: In den 23 Gemeinschaftspraxen praktizieren neben Hausärzten je nach Standort auch Gynäkologen, Dermatologen, Kinder- und Jugendmediziner sowie Psychiater.

Migros wurde 1925 durch Gottlieb Duttweiler gegründet und 1941 in eine Genossenschaft umgewandelt. Heute sind rund 2,2 Millionen Verbraucher Mitglied, der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei mehr als 27 Milliarden Schweizer Franken. Zu den 660 Geschäften zählen außerdem die Fachmärkte Do It + Garden, Melectronics, Micasa, SportXX und die Schweizer Obi-Baumärkte. Zur Migros-Gruppe gehören auch eine eigene Bank, der Discounter Denner, die Globus-Einkaufszentren sowie die Tankstellenshops Migrolino und zahlreiche Industrieunternehmen.

Größter genossenschaftlicher Mitbewerber ist Coop; die Gruppe mit 2,5 Millionen Mitgliedern und 27 Milliarden Franken Umsatz betreibt gemeinsam mit dem Pharmahandelskonzern Galenica das Apothekenkonzept Coop Vitality mit 70 Filialen.

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