Pharmahandelskonzerne

Pessina will totale Kontrolle dpa/APOTHEKE ADHOC, 13.02.2018 08:18 Uhr

Berlin - Nun also doch: Walgreens Boots Alliance (WBA) ist an einer Komplettübernahme des Großhändlers AmerisourceBergen (ASB) interessiert. Dies berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bislang gab es Gespräche, eine Transaktion stünde aber nicht unmittelbar bevor, hieß es weiter.

Walgreens hält bereits 26 Prozent an dem Pharmagroßhändler, dessen Börsenwert vor der Veröffentlichung des WSJ-Berichts bei knapp 20 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Die ASB-Aktie legte nachbörslich um rund ein Fünftel zu. Gemessen an dem nachbörslich erreichten Kursniveau müsste WBA rund 18 Milliarden Dollar auf den Tisch blättern, um ASB komplett schlucken zu können. Die beiden beteiligten Konzerne haben sich zu den Spekulationen nicht geäußert.

Kurz nach der Fusion von Walgreens und Alliance Boots hatte sich Konzernchef Stefano Pessina 2013 mit ASB verbündet, allerdings sicherte er zu, für eine bestimmte Zeit nicht mehr als 23 Prozent der Anteile einzusammeln. In den Vorstand zog mit Ornella Barra die langjährige Partnerin von Pessina ein. Dadurch konnte er den Partner in seinen globalen Einkaufsverbund aufnehmen: In der Schweiz sammelt ein Team von WBA für alle weltweit generierten Umsätze zusätzliche Rückvergütungen bei der Industrie ein.

ASB gehört neben Cardinal Health und McKesson zu den drei führenden Großhändlern in den USA, die zusammen auf einen Marktanteil von 95 Prozent kommen. 2001 aus der Fusion von AmeriSource und Bergen Brunswig hervorgegangen, liefern die 26 Vertriebszentren heute nach Konzernangaben jede fünfte Arzneimittelpackung in den USA aus.

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