Weiterer Fall von Hirnvenenthrombose

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Berlin - Bei einer Frau aus dem Raum Trier ist nach einer Corona-Schutzimpfung mit AstraZeneca auch eine Thrombose (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen festgestellt worden. Die 47-Jährige werde in einer Klinik behandelt, es bestehe keine Lebensgefahr, teilte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz mit. 

Die Diagnose sei am Sonntag gestellt und das Ministerium am Dienstagabend informiert worden. Wann die Frau geimpft wurde, war zunächst genauso unklar wie die Frage, ob es einen Zusammenhang mit der Impfung gibt. In Deutschland hatte das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Aussetzung der Impfungen mit AstraZeneca empfohlen. Nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet.

Der Trierer Fall ist nach Einschätzung von Bätzing-Lichtenthäler wohl der neunte. Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung. Laut PEI waren die Betroffenen vor allem Frauen. Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht, wird derzeit untersucht.

Laut BMG seien fortlaufende Impfungen nicht vertretbar gewesen. „Die gemeldeten Fälle wurden von Experten beim PEI begutachtet, die EINSTIMMIG zum Ergebnis gekommen sind, dass die beobachteten Fälle mit der Impfung zusammenhängen könnten.“ BMG und PEI seien daher verpflichtet gewesen, die abgestimmten Verfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) einzuleiten. Selbst wenn entschieden werde, trotz aller Warnungen weiter zu impfen, müssten die impfenden Ärzt:innen und die Impflinge über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt werden. „Der Staat hat bei empfohlenen Impfungen besondere Sorgfaltspflichten.“

 

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