„Geisterimpfstoffe“: Graumarkt-Angebote auch in Deutschland

, Uhr

Berlin - Nach Erkenntnissen von EU-Ermittlern haben Regierungen in aller Welt insgesamt 400 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs von AstraZeneca aus zweifelhaften Graumarktquellen angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern kommen. „Wir nennen das Geisterimpfstoffe, also irgendwelche mehr oder weniger obskuren Angebote, die auch schon an viele Staats- und Regierungschefs wohl gegangen sind“, hieß es am Donnerstag aus Kreisen der EU-Kommission. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf und die Strafverfolgungsbehörde Europol hätten Ermittlungen aufgenommen.

Den Angaben zufolge wird das Thema auch bei dem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstag zur Sprache kommen. Nach Schätzungen von Olaf seien 400 Millionen Dosen im Wert von bis zu drei Milliarden Euro angeboten worden, von denen man aber nicht genau wisse, ob es sich um echten Impfstoff handele, hieß es weiter. Es könne auch „Salzwasser in kleinen Fläschchen“ sein.

Auch dem Land Nordrhein-Westfalen ist der Impfstoff auf obskuren Vertriebswegen in einer rechtlichen Grauzone angeboten worden. „Das Gesundheitsministerium hat das in höchstem Maße zweifelhafte Angebot nicht weiterverfolgt“, berichtete ein Sprecher am Donnerstag in Düsseldorf. Die Bild-Zeitung berichtete am Donnerstag, ein „in vielen deutschen Behörden vernetzter Vermittler aus NRW“ habe vor wenigen Tagen zahlreichen Regierungen per E-Mail allein 100 Millionen Dosen des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers angeboten. Ob es sich bei dem Anbieter, der auf dem Graumarkt an das Land NRW herangetreten sei, um denselben Vermittler handele, sei dem Landesgesundheitsministerium nicht bekannt, erklärte ein Sprecher.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte dem Bild-Bericht zufolge allgemein, dass auch die Bundesregierung in den vergangenen Wochen etliche Angebote „unterschiedlicher Seriosität“ von privaten Impfstoffvermittlern erhalten habe. Deutschland, das an den EU-Beschaffungsmechanismus gebunden sei, habe aber keines dieser Angebote angenommen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»
Kühlen, cremen, ablenken
Erste Hilfe bei Juckreiz»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B