Positionspapier zur Beatmungstherapie

Covid-19: Was Pneumologen über schwere Verläufe wissen Alexandra Negt, 27.04.2020 14:17 Uhr

Berlin - Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungstherapie (DGP) hat ein Positionspapier zur praktischen Umsetzung der apparativen Differenzialtherapie der akuten respiratorischen Insuffizienz bei Covid-19-Infizierten veröffentlicht. Die Empfehlungen basieren auf der aktuellen Studienlage und Erfahrungen aus der Praxis. Es werden Ansätze aufgezeigt, welche Art der Beatmung in welchem Fall angebracht ist. Die DGP unterteilt die Infektion in drei Phasen: frühe Infektion, pulmonale Erkrankung und hyperinflammatorische Erkrankung.

Wichtig für den Verlauf von Covid-19 sind neben dem allgemeinen Gesundheitszustand auch eventuelle Vorerkrankungen. Professor Dr. Michael Pfeifer, Präsident der DGP und Mitautor des Positionspapieres, erklärt, dass 20 Prozent der Corona-Infektionen nach aktuellem Kenntnisstand mit der Entwicklung einer Lungenerkrankung einhergehen. Bis zur Entwicklung einer Lungenbeteiligung würden die Erkrankten drei Phasen mit unterschiedlich starken Symptomen durchlaufen.

Wie ausgeprägt die respiratorische Insuffizienz ist, wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Zum einen sind der Schweregrad der Infektion und die Immunantwort des Körpers ausschlaggebend. Hierbei spielen auch der Grundzustand des Organismus und eventuelle Komorbiditäten eine Rolle. Auch die ventilatorische Reaktion des Patienten auf den Atemantrieb (Hypoxämie) ist von Bedeutung. Wie schwer die Atemprobleme werden, scheint auch von der Zeit zwischen den ersten Symptomen und dem Beginn der klinischen Behandlung abzuhängen.

Phase I: Frühe Infektion

Das Virus kommt über das Angiotensin-Converting-Enzym-2 (ACE2) in die Zellen. Die klinischen Symptome sind neben Halsschmerzen und Husten mitunter Geschmacksstörungen und Durchfall. Bisher werden für den Virusnachweis Abstriche aus dem Nasen-Rachenraum zur PCR-Testung genommen. Die DGP verweist darauf, dass neuere Daten zeigen, dass 27 Prozent aller Nasenabstriche und 68 Prozent aller Rachenabstriche negativ sein können, obwohl der Patient an Covid-19 erkrankt ist. Bei weiterhin bestehendem Verdacht und sich verschlimmernden Symptomen empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) daher eine weitere Probennahme aus den tieferen Atemwegen. Alle drei klinischen Verläufe (leicht, schwer und kritisch) können sich aus der Phase I entwickeln.

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