Honorargutachten

Welche Apotheken verlieren, welche profitieren Patrick Hollstein, 13.12.2017 10:31 Uhr

Berlin - Das Apothekenhonorar ist aus Sicht der Gutachter des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) nicht nur in der Summe viel zu hoch, sondern auch ungerecht verteilt. Notdienst und Rezeptur sollen gestärkt werden, genauso wie Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind. Welche Betriebe aufgrund ihrer Preisstruktur wirklich profitieren, hat der Dresdner Steuerberater und Rechtsanwalt Stefan Kurth von der Kanzler Schneider + Partner für APOTHEKE ADHOC ausgerechnet. Seiner Meinung nach profitiert vor allem der Versandhandel.

Kurth hat das neue Preismodell gerechnet und mit dem aktuell gültigen verglichen. Die Gutachter schlagen eine Steigerung des variablen Honoraranteils von derzeit 3 Prozent auf 4,8 Prozent vor. Zugleich soll der Fixzuschlag von 8,35 auf 5,80 Euro reduziert werden, das entspricht nach Abzug des Kassenabschlags einem Nettobetrag von 6,86 Euro vor beziehungsweise 4,31 Euro nach Umstellung. Damit würde die Vergütung der Apotheken erstmals seit der Umstellung des Honorars im Jahr 2004 wieder stärker an den Arzneimittelpreis gekoppelt. Teurere Medikamente würden wieder attraktiver als Niedrigpreiser.

Konkret würden durch eine entsprechende Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) Präparate mit einem Apothekeneinkaufspreis (AEK) bis 141,65 Euro schlechter vergütet als bislang. So würde der Rohertrag laut Kurth bei Präparaten mit einem AEK von 5 Euro von 7,01 auf 4,55 Euro netto sinken. Die Marge würde entsprechend von derzeit 58,37 Prozent auf 47,64 Prozent sinken.

Bei Präparaten mit einem AEK von 100 Euro dagegen würden Apotheken statt 9,86 nur noch 9,11 Euro aufschlagen können. Die Marge würde entsprechend sinken von 8,98 auf 8,35 Prozent, rechnet der Steuerberater aus Dresden vor. Bei einem AEK von 141,66 Euro könnten Apotheken genauso viel abrechnen wie heute, darüber sogar mehr: An einem Medikament mit einem AEK von 500 Euro würde der Rohertrag von 21,86 auf 28,31 Euro steigen. Die Marge läge entsprechend bei 5,36 statt 4,19 Prozent. Bei einem AEK von 1000 Euro würden sogar 52,31 statt 36,86 Euro in der Apotheke „hängen“ bleiben, ein Rohertrag von 4,97 statt 3,55 Proze

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Telemedizin

Rhön-Klinik: Videoarzt kommt zur Visite»

aposcope-Umfrage

Männergesundheit: Apotheken haben Nachholbedarf»

Cannabis-Produkte

CBD-Produkte: „Eigentlich müssten die Behörden durchgreifen“»
Politik

CDU-Parteitag

AKK entscheidet Machtprobe für sich»

Steuerermäßigung

MwSt: Sanacorp fordert Kurswechsel»

Parallelhandel

Eine Stimme für alle Reimporteure»
Internationales

Wahlkampf in Großbritannien

Corbyn: „Johnson verkauft den NHS an Big Pharma“»

Großbritannien

Ärztemangel: NHS sieht Patienten in Gefahr»

Liberales Dispensierrecht gefordert

Ärzte: „Apotheken-Krise auf dem Land“»
Pharmazie

Insulin-Therapie

Toujeo: Gute Wirksamkeit bei Kindern»

Multiresistente Keime

Pflegepersonal: Zeigt her eure Hände»

Gentherapie

Genschere Crispr/Cas9 erfolgreich angewendet»
Panorama

Infektionskrankheiten

Welt-Aids-Tag: Bayern startet HIV-Testwoche»

Brandenburg

Diabeteskonferenz: Soziale Faktoren berücksichtigen»

Öko-Test

Durchwachsenes Ergebnis für Gesichtscremes»
Apothekenpraxis

Modellvorhaben

Grippeschutz: Kein Pieks ohne Honorar?»

Baustelle noch bis 2023

U-Bahn dicht, Kunden weg»

Kapselzubereitung im Privatkeller

Eilantrag abgelehnt: „Hygienisch untragbare Zustände“»
PTA Live

Bundesarbeitsgericht

Kündigung: Überstunden müssen auch bei Freistellung bezahlt werden»

Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin D: Aus dem Mangel in die Überdosierung»

Veterinärmedizin

Tierische Hausapotheke: Alles für Hund & Katz»
Erkältungs-Tipps

Hände-Desinfektion

Keine Viren aber trockene Haut?»

Übertragungswege

Verbreitung von Krankheitserregern»

Husten bei Kindern

Pseudokrupp: Lebensbedrohliche Atemnot»
Magen-Darm & Co.

Pro-, Prä-und Synbiotika

Nahrung für die Darmflora»

Darmerkrankungen

Divertikel: Darmausstülpungen mit Risiken»

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zöliakie: Gluten vs. Darm»
Kinderwunsch & Stillzeit

Wochenbettdepression

Vom Tief nach der Geburt»

Behördengänge

Geburtsurkunde, Krankenkasse & Co. – An alles gedacht?»

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»