Kommentar

Jagd auf die Zombie-Apotheken Alexander Müller, 06.12.2017 15:11 Uhr

Berlin - Nicht jede Apotheke wird gebraucht. Das ist die harte Botschaft der Gutachter, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) das Apothekenhonorar unter die Lupe genommen haben. Der Ansatz, versorgungsrelevante Bestandteile in der Vergütung stärker zu betonen, ist nicht verkehrt. Wer allerdings den Markt mit so gravierenden Maßnahmen in nützliche und Zombie-Apotheken aufteilt, sollte sich seiner Sache sehr sicher sein, kommentiert Alexander Müller.

Noch liegt nicht die endgültige Fassung des Honorargutachtens in allen Details vor, weshalb sich die Apotheker ob möglicher Anpassungen noch keine allzu konkreten Sorgen machen müssen. Aber die grobe Richtung ist klar: Jede Leistung soll kostendeckend finanziert werden – und unter diesem Gesichtspunkt wird aus Sicht der Gutachter insgesamt zu viel Geld an die Apotheken gezahlt.

Selbst Pessimisten bei der ABDA hätten sich wohl nicht träumen lassen, dass sich die Diskussion über eine als überfällig empfundene Honoraranpassung am Ende um die Frage drehen könnte, wie viele Apotheken überflüssig sind. Oder welche.

Tatsächlich würde es diese Debatte gar nicht geben, sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen so umgesetzt werden. Unter den neuen Vorzeichen würde eine große Anzahl an Apotheken einfach aus dem Markt gespült – für die Gutachter eine hinnehmbare Konsequenz. Aus Sicht der Patienten vielleicht weniger. Denn es ist sehr ungewiss, dass es sich bei allen Streichkandidaten um die fünfte Apotheke in der Fußgängerzone handeln würde. Vom deren Mitarbeitern ganz zu schweigen.

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