Vertretungen: Impfzentren verstärken Fachkräftemangel

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Berlin - Die vergangenen anderthalb Jahre waren in vielerlei Hinsicht ein Auf und Ab für die Apotheken in Deutschland – das bekamen nicht nur die Betriebe selbst mit, sondern auch Vertretungsapotheker und -dienstleister. Doch nicht nur die unsichere Planung aufgrund von Infektionsgeschehen und Lockdowns haben es erschwert, Vertretungen zu vermitteln, sondern auch die Impfzentren: Wer dort für über 100 Euro pro Stunde arbeiten konnte, war oft wenig willens, sich für einen Teil des Geldes in die Offizin zu stellen, erklärt Dr. Devid El-Wahsch, Geschäftsführer von Flying Pharmacist.

Urlaub und Vertretung wollen als Inhaber:in oder Filialleiter:in gut geplant sein – doch das war seit vergangenem Jahr oft nur schwer möglich. Von „Lockdown zuhause“ über die Infektionszahlen bis zu unerwarteten neuen Aufgaben wie Impfstofflogistik oder digitalen Impfzertifikaten war die Zahl der unkalkulierbaren Variablen groß. Was in jedem Betrieb einzeln anfällt, sammelt sich bei den Vertretungsdienstleistern. „Die Coronapandemie hatte erst einmal bewirkt, dass alles ein wenig zum Stillstand kam. Wir hatten viele Stornierungen im vergangenen Jahr und zum Jahresende dann nur wenige Anfragen, weil kaum jemand planen konnte. Schließlich wusste niemand, was kommt“, sagt El-Wahsch. „In der Zeit, in der normalerweise alle ihre Urlaube einreichen und Vertretungen suchen, war dann tote Hose.“

Und so, wie zu Jahresbeginn niemand wusste, wann es weitergeht, wollten mit sinkenden Fallzahlen und Ende des Lockdowns im Frühjahr plötzlich alle gleichzeitig nachholen, was sie bisher aufgeschoben hatten. „Da hatte ich dann das Gefühl, dass die gesamte Pharmawelt in einen Bus gestiegen und an der Endstation Flying Pharmacist zusammen ausgestiegen ist“, so El-Wahsch. Mehr als 50 Prozent habe die Zahl der Anfragen im April über denen eines normalen Jahres gelegen – alle hätten gleichzeitig in den Urlaub gewollt „und dann wünscht man sich als Vermittler, dass man auf all die Leute, die man im Register hat, gleichzeitig zugreifen kann.“

Doch es zeigte sich: keine Chance, das zu tun. Er habe im Frühjahr feststellen müssen, dass das Gefälle zwischen festangestellten Apotheker:innen oder Inhaber:innen und verfügbaren Freiberufler:innen gewachsen ist. „Die Lücke zwischen Bedarf und Angebot war spürbar größer geworden“, so El-Wahsch. Dabei sei mutmaßlich nicht nur der Urlaubsdrang der angestellten oder selbstständigen Apotheker:innen ausschlaggebend gewesen, sondern auch der der Freiberufler:innen. Auch sie hätten lange zurückgetreten und dann alle auf einmal weggewollt.

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