Quarantäne- statt Urlaubsvertretung

Vertretungsapotheker auf Corona-Mission

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Berlin -

Vertretungsapotheker:innen sind in der Corona-Pandemie alles andere als arbeitslos. Auch wenn Urlaubstrips vielerorts wegfallen, seien die zeitlich begrenzten Einsätze von Freien gefragt, sagt Dr. Devid El-Wahsch von der Vermittlungsplattform Flying Pharmacist. Erst kürzlich meldeten sich an einem Tag zwei Betriebe mit mehreren Corona-Erkrankten im Team. Eine schnelle Lösung musste her.

Apothekenvertretungen werden in der Regel bei Urlauben und Notdiensten eingesetzt. Auch bei anderen Engpässen melden sich Inhaber bei Vermittlungsportalen mit ihrem Bedarf. Normalerweise würden die Einsätze langfristig geplant, sagt El-Wahsch. Seit elf Jahren vermittelt die Düsseldorfer Firma Personal für Apotheken – 420 Apotheker:innen und 50 PTA sind als freie Mitarbeiter:innen für ihn tätig.

In der Corona-Pandemie habe sich die Einsatzplanung geändert. „Das Arbeiten ist anders geworden.“ Von einer langfristigen Urlaubsplanung habe sich die Nachfrage in eine kurzfristige Notfallbuchung verschoben. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Corona-Erkrankte im Team seien ein Beispiel, weshalb Chefs schnell Vertretungen bräuchten.

Vor kurzem hätten sich an einem Sonntag gleich zwei Apotheken mit Virusinfektionen unter den Mitarbeitern gemeldet. „Bei einer Apotheke waren der Inhaber und drei Angestellte an Corona erkrankt, bei der anderen alle außer dem Apothekerehepaar“, sagt El-Wahsch. „Einer hat gesagt: ‚Wir brauchen alles, was ihr habt‘. Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Apotheken nicht geschlossen werden müssen.“

Die Vertretungsapotheker:innen müssten kurzfristiger reagieren als früher. „Sie können sich nicht mehr nur Wunschtermine rauspicken, sondern müssen auch schnell einspringen.“ Das Arbeiten sei „hektischer“ geworden. Weitere Gründe für „Notfallbuchungen“ seien Quarantäne im Team oder der schnelle Einsatz in Testzentren. Auch der Aufruf vieler Kammern und Verbände, sich in einem Impfzentrum zu engagieren, sei spürbar.

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