Aus der Vertretung „rausgefischt“

PTA: Macht euch selbstständig

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Berlin -

Drei Monate war Anh Tuan Thang als selbstständiger PTA in Apotheken tätig. Nach vielen Jahren in der Vor-Ort-Apotheke suchte er nach einer neuen Herausforderung. Den Blick in andere Betriebe kann er nur empfehlen. Dass seine Selbstständigkeit so früh endete, lag an einem lukrativen Jobangebot.

Mehr als acht Jahre war Thang in der St. Bruno Apotheke in Düsseldorf als PTA tätig. Der 30-Jährige ist gerne PTA, doch nach einiger Zeit ging es ihm wie vielen Kolleg:innen. „Das Problem ist, dass man in vielen Bereichen nicht mehr machen kann, weil man kein Approbierter ist. Ich hatte das Gefühl, alles erreicht zu haben und auf der Stelle zu treten“, sagt er.

PTA und dann?

Weil er beruflich „nicht stehen bleiben“ wollte, entschied er sich, Erfahrungen im Vertrieb zu sammeln. Zudem begann er ein Selbststudium im Bereich Gesundheitswesen und Soziales. Die Tätigkeit als Media Sales Manager sei nicht das richtige gewesen und Thang entschied sich für die Selbstständigkeit. Er entschied sich für eine Agentur, die PTA auch tageweise an Apotheken vermittelt. „Wochen- oder blockweises Arbeiten war nichts für mich.“

In den rund drei Monaten war er in etwa zwölf Apotheken tätig. „Es war super spannend zu sehen, was die anderen so treiben. Man lernt viel über die Abläufe in Apotheken.“ Anstrengend bei den Wechseln sei das Arbeiten mit der unterschiedlichen Software gewesen. „Da muss man flexibel und offen sein. Ich habe vorher immer gesagt, wenn ich mich mit einem Programm nicht ausgekannt habe.“ Wenn die Inhaber:innen vorher absehen konnten, dass sie Thang für länger einplanen mussten, sei er vielerorts eingearbeitet worden.

Andere Tätigkeiten wie Heimbelieferung, Kassenabschluss oder die Inkontinenzversorgung gehörten nicht zu seinen Aufgaben als Vertretungs-PTA. „Primär ist man im HV und der Rezeptur tätig.“ Wichtig sei, dass man als Typ offen und kommunikativ sei. „Ich habe in der Zeit nur einmal die Arbeit in einer Apotheke abgelehnt, weil mir der Stil nicht gefallen hat.“

Jobangebot von Beratungsfirma

In einer Apotheke sei er „rausgefischt“ worden, sagt der PTA. Der Inhaber sei mit seiner Arbeit zufrieden gewesen, habe jedoch keine Stelle frei gehabt. Deshalb sei die Beratungsfirma des Betriebs auf ihn zugekommen. Bade2 Consulting aus Kaarst bot ihm einen Job als Projektmanager an, den er in Teilzeit ausüben kann. Jetzt ist er als Berater von Apotheken tätig und gibt Tipps in den Bereichen Prozessoptimierung oder Softwareumstellung.

Ein Pharmaziestudium kam für Thang nicht in Frage. „Das dauert zu lange. Ich habe mir einen gewissen Lebensstandard erarbeitet, den ich nicht mehr aufgeben will. Außerdem wird ja leider nicht angerechnet, was ich als PTA gemacht habe.“

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