PTA: „Großhandelsrechnungen? Kein Problem!“ | APOTHEKE ADHOC
Pharmazieökonom

PTA: „Großhandelsrechnungen? Kein Problem!“

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Berlin -

Für PTA gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Den Überblick kann man schnell verlieren. Wir nehmen die verschiedenen Angebote für euch unter die Lupe: Welchen Mehrwert haben sie, wie hoch sind die Kosten und welcher Zeitaufwand steckt dahinter? Den Anfang macht der Studiengang zum Pharmazieökonom an der Fachhochschule (FH) Schmalkalden.

Die bislang einzige Hochschule, die den Abschluss „Pharmazieökonom“ anbietet, ist die FH Schmalkalden. Der zweisemestrige Studiengang beginnt jedes Jahr im Wintersemester und endet je nach Beginn im Juni oder Juli. Die Voraussetzungen, um dort angenommen zu werden, sind mindestens ein Realschulabschluss, eine erfolgreich abgeschlossene PTA-Ausbildung und vier Jahre einschlägige Berufserfahrung. Die Semestergebühr beträgt 1950 Euro, dazu kommen etwa 50 Euro Semesterbeitrag für das Studentenwerk. Interessierte sollten die Fahrt-, Verpflegungs-, und Hotelkosten für die knapp fünfwöchige Präsenzzeit nicht vergessen.

Der Vorteil dieses Fernstudiums ist, dass es berufsbegleitend absolviert werden kann. Somit ist die finanzielle Belastung einfacher zu stemmen, da in der Regel Vollzeit weitergearbeitet werden kann. Während der beiden Semester gibt es zusätzliche Präsenzzeiten vor Ort. Dann finden auch die Prüfungen statt, und der Studierende hat die Möglichkeit, mit Kommilitonen und Tutoren in direkten Kontakt zu treten.

Nina Schackmann absolvierte den Studiengang und empfand die Zeit als sehr bereichernd. „Im Lehrgang war viel Alltag dabei, er war sehr praxisnah“, sagt die PTA, die auch im Vorstand beim Bundesverband Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta) sitzt. „Er hat mir nicht nur betriebswirtschaftliche Kenntnisse, sondern auch einige Soft Skills und Kundenpsychologie näher gebracht. Die Auswertung von Großhandelsrechnungen oder das Erstellen von BWL-Kalkulationsplänen sind jetzt kein Problem mehr. Das lernt man ja in der Ausbildung zur PTA gar nicht.“

Vermittelt werden die Bereiche Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Organisation, EDV und Informationsmanagement, Marketing und Vertrieb, Gesundheitsökonomie, Recht und Normensystem in der Pharmazie sowie Beschaffung und Warenwirtschaft.

Während der Präsenzzeiten, die jeweils drei bis sechs Tage umfassten, lernte Schackmann weitere wissbegierige und begeisterte PTA kennen. Der Zusammenhalt und Austausch untereinander sei bis heute geblieben. Nach dem Lehrgang seien die Verhandlungen mit Pharmavertretern leichter gefallen, sagt sie. „Wer mit Rohertrag, Preiskalkulationen und speziellen betrieblichen Kennzahlen umgehen kann, der erlangt einfach mehr Sicherheit bei der täglichen Arbeit.“ Sie hat das Studium zusätzlich zur 40-Stunden-Woche geschafft. Die Inhalte seien genau auf den Apothekenalltag abgestimmt und interessant formuliert. Deshalb sei das Lernen nicht schwer gefallen.

Allgemein lässt sich sagen, dass eine PTA mit einem Abschluss als Pharmazieökonom besonders in den Apotheken angestellt wird, die im Bereich Organisation, Einkauf oder Marketing Unterstützung brauchen. Außerhalb der Pharmabranche ist die Zusatzausbildung offenbar noch nicht besonders bekannt. Absolventen erhalten ein Hochschulzertifikat und keinen Hochschulabschluss. Ein akademischer Grad wie Bachelor oder Master wird damit nicht erreicht.

Für Apothekeninhaber mit mehreren Filialen, einer ausgeprägten Online-Präsenz oder mit vielen Marketingideen lohnt es sich sicherlich, einen Pharmazieökonom zu beschäftigen. Weiterbildungswillige PTA, die die betriebswirtschaftlichen Abläufe verstehen wollen, werden damit auch das Bindeglied zur PKA.

Begrüßenswert ist, dass einige Apothekenleiter ihre Angestellten beim Fernstudiengang unterstützen – entweder finanziell oder mit zusätzlichem Urlaub für die Präsenzzeit. Schackmanns Fazit fällt eindeutig aus: „Die zwei Semester haben mich beruflich auf jeden Fall weitergebracht, und ich habe auch menschlich viel mitgenommen. Ich habe wirklich keinen Tag davon bereut und würde es immer wieder machen.“

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