Keine Rezepturen aus Fertigarzneimitteln?

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Berlin - Das Urteil des Landgerichts Hamburg zur Umfüllung von Lucentis-Spritzen könnte weit reichende Folgen haben. Denn wenn Fertigarzneimittel weiterverarbeitet werden, müssen sich Apotheke oder Herstellbetrieb strikt an die Zulassung halten. Wenn etwa der einmalige Gebrauch in der Fachinformation vorgesehen ist, können nicht mehrere Teilmengen verwendet werden.

Das Problem bei Lucentis: Obwohl die Original-Spritzen die vierfache Menge des für eine Injektion nötigen Wirkstoffs enthalten, dürfen sie nur einmal verwendet werden. Das Umfüllen in mehrere Fertigspritzen haben die Richter untersagt – weil es nicht von der Original-Zulassung abgedeckt ist und nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich das Arzneimittel durch die Verarbeitung und Lagerung verändert.

Doch nicht nur Lucentis ist eigentlich für den einmaligen Gebrauch vorgesehen – und wird dennoch regelmäßig ausgeeinzelt: Auch die Antikörper Herceptin (Trastuzumab), MabThera (Rituximab), Avastin (Bevacizumab), Vectibix (Panitumumab) und das Krebsmittel Perjeta (Pertuzumab) sind laut Fachinformation nur zur einmaligen Anwendung zugelassen.

Diese Arzneimittel werden in der Sterilherstellung in der Praxis aber regelmäßig für mehrere Zubereitungen verwendet – entsprechende Krankenkassenverträge schreiben dies sogar vor. Auf diese Weise wird versucht, die Kosten in dem schnell wachsenden Markt

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