Sterbebegleitung

Palliativpharmazie: Zwischen Fachwissen und Kreativität Maria Hendrischke, 21.06.2015 09:15 Uhr

Berlin - Die Palliativ-Versorgung steht auf der politischen Agenda: Das Hospiz- und Palliativgesetz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wurde im Bundestag besprochen. Es sieht 200 Millionen Euro vor, um die ambulante und stationäre Palliativ- und Hospizversorgung flächendeckend auszubauen. Christian Redmann übernimmt als palliativ orientierter Apotheker die Versorgung unheilbar kranker Patienten im ländlichen Ebermannstadt in Bayern. Er betrachtet seine Arbeit als „Grenzpharmazie“, die pharmazeutisches Fachwissen mit Kreativität verbindet.

ADHOC: Wieso haben Sie sich im Bereich der Palliativ-Pharmazie spezialisiert?
REDMANN: Eigentlich bin da anfangs eher „reingerutscht“: Ich war von 2007 bis 2012 in der Apotheke am Hochfeld in Wiesbaden angestellt, und deren Schwerpunkt war die Palliativ-Versorgung. Daher machte auch ich in dem Bereich eine Weiterbildung. In dieser Zeit erkrankte aber auch mein Vater an Krebs, ich pendelte jedes Wochenende zwischen Wiesbaden und Ebermannstadt. Mein Vater starb 2009. Während dieser Zeit beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Sterben und Tod.

ADHOC: Welche Aufgaben hatten Sie als Palliativ-Apotheker in Wiesbaden?
REDMANN: Die Arbeit zeichnete sich durch ein sehr fortschrittliches Verhältnis von Apotheker und Arzt aus. Ich habe zum Beispiel Ärzte auf ihren Visiten in Hospizen begleitet und konnte so bei den Patientengesprächen am Bett des Patienten direkt dabei sein. Im Anschluss haben wir die Fälle gemeinsam besprochen und unter anderem Fragen zu Wirkstoffen, Dosierungen oder auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen erörtert. Dabei habe zum Beispiel ich mögliche alternative Darreichungsformen vorschlagen, wenn ein Patient im Krankheitsverlauf Probleme mit dem Schlucken bekam. Außerdem habe ich mich mit Schmerzpumpen auseinandergesetzt. In dem Bereich gibt es oft nur wenig Informationen vom Hersteller, aber gute Fachdatenbanken, in denen ich recherchieren konnte.

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