Palliativdienste

Apotheker ermöglicht Sterben in eigenen vier Wänden Torsten Bless, 12.05.2018 09:20 Uhr

Berlin - Sterbenskranken Menschen ein würdiges Sterben in der vertrauten Umgebung ermöglichen, das will der Frankfurter Apotheker Helmut Beckmann. Dafür gründete er zwei ambulante Pflegedienste. Eine Benefizaktion für das „Kinder Palliativ Team Südhessen“ schaffte es dieses Jahr in die Endrunde bei den VISION.A Awards.

Nach seiner Approbation übernahm Beckmann 1983 die Süd-Apotheke in Frankfurt. Schon seit langen Jahren engagiert sich die Apotheke „überall da, wo Patienten langfristig erkrankt sind“, erläutert er. Vor allem bei Krebs und HIV habe sein Team viel Expertise gesammelt. „Wir haben langjährige Erfahrungen in der onkologischen Sterilherstellung und einen eigenen Raum für Infusionen. In der Betreuung dort entsteht ein intensives, durchaus emotionales Verhältnis zu den Patienten. Doch irgendwann wirkt keine Therapie mehr. Wir wollten auch ein Angebot für diesen letzten Lebensabschnitt schaffen.“

Seit 2007 haben GKV-Versicherte einen Anspruch auf eine Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Sie soll die häusliche Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen sicherstellen. Die fachgerechte Aufsicht übernehmen speziell dafür ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte. Beckmann beschloss, einen eigenen Pflegedienst zu stiften. Dafür nahm er Ende 2009 eine Krankenschwester und einen Intensivpfleger unter Vertrag.

„Den Pfleger kannte ich schon aus der ambulanten Aids-Arbeit“, berichtet der Gründer. „Dann kam ein Arzt dazu, den ich aus einer stationären Einrichtung in Hanau abgeworben habe. Über den Arzt nahm ich die Verhandlungen mit den Krankenkassen auf.“ Im Februar 2010 unterzeichnete Beckmann gemeinsam mit zwei Medizinern einen Gesellschaftervertrag für eine gemeinnützige GmbH (gGmbH). Am 7. Oktober nahm das Palliativ-Team offiziell seine Arbeit auf.

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