Rekordverdächtig: 500 Medikamente auf Defektliste

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Um die Lagerbestände einigermaßen füllen zu können, muss die Privilegierte Adler Apotheke alle fünf in Hamburg tätigen Großhändler anfragen. Selbst das reicht jedoch nicht aus: „Es fehlt nicht nur an Spezialmedikamenten. Selbst Standardarzneien wie Ibuprofen haben wir nicht mehr auf Lager.“ Oft bliebe nur, auf das „unsägliche“ Bestellportal Pharma Mall auszuweichen. Das gehe jedoch zu Lasten des eigenen Geschäfts, winkt Gnekow ab.

Die Apothekerin fordert ein Umdenken bei den Pharmaunternehmen und der Politik: „Der Rahmenvertrag gibt uns in dieser Situation den Rest. Wir haben aufgrund der vielen Defekte Probleme, den Preisanker nicht zu überschreiten.“ Umso wichtiger sei es, eine öffentliche Diskussion über das Lieferproblem anzustoßen. Sonst wisse sie nicht, wie es noch weitergehen soll, gibt sich Gnekow wenig optimistisch für die Zukunft.

Die Privilegierte Adler Apotheke ist fast rund um die Uhr abhängig von funktionierenden Lieferketten. Seit nunmehr zwölf Jahren macht sie mit ihren langen, an allen 365 Tagen im Jahr gültigen Öffnungszeiten von 8 bis 24 Uhr auf sich aufmerksam. Mit dieser Maßnahme will sich der Betrieb vor allem der Konkurrenz der Internet-Versandhändler erwehren, was den Gnekows durch die aktuellen Lieferengpässe deutlich erschwert wird. Die seit 1773 bestehende Traditionsapotheke im Hamburger Osten beschäftigt rund 80 Mitarbeiter.

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