Basisapotheker schlagen Lieferengpässe vor

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Berlin - Tagtäglich sorgen Lieferengpässe in Apotheken für Ärger. Trotz aller Bemühungen hat die Politik das Problem nicht in den Griff bekommen. Im Jour Fix beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird zwar darüber diskutiert, die Ursachen sind aber nicht zu beheben. Jetzt haben die Basisapotheker aus Westfalen-Lippe das Wort Lieferengpässe offiziell als Vorschlag für das Unwort des Jahres angemeldet. Nach Angaben aus Bayern verursachen Lieferengpässe in Apotheken wöchentlich einen Mehraufwand von fünf bis zehn Stunden.

Der Begriff „Lieferengpässe“ sei eine verharmlosende und durch seine kategorische Stringenz die Ursachen nicht hinterfragende Beschreibung der Nichtlieferbarkeit eines Produktes, vielfach von meist verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, einzelne Stärken und/oder einzelne Packungsgrößen eines Arzneimittels eines einzelnen Arzneimittelherstellers betreffend oder mehrere Arzneimittel auch mehrerer Hersteller bis hin zur weitgehenden oder auch kompletten Lieferunfähigkeit eines ganzen Wirkstoffes“, schreiben die Basisapotheker als Begründung.

Insbesondere bei Arzneimitteln seien Lieferengpässe verbunden mit einem erhöhten Aufwand bei sämtlichen Beteiligten. Das gelte insbesondere für die Apotheken und Pharma-Großhändler. Patienten könnten nicht wie gewohnt das vom Arzt verschriebene oder das seitens der Krankenkassen aufgrund bestehender Rabattverträge vorgesehene Medikament erhalten. In nicht wenigen Fällen müssten sie sogar erneut von den behandelnden Ärzten einbestellt und auf andere Wirkstoffe umgestellt werden.

Noch vor 30 Jahren seien Lieferengpässe im Arzneimittelmarkt, zumindest im Westen, kein Thema gewesen. „So richtig Fahrt nahmen Lieferengpässe mit der zunehmenden Globalisierung, mit dem Kostendruck, mit der Produktionsverlagerung ins Ausland (vor allem in Billiglohnländer) und mit den Rabattverträgen der Krankenkassen auf“, so die Apotheker aus Westfalen-Lippe. Bereits diese unvollständige Aufzählung zeige, dass Lieferengpässe sicher nicht auf eine Ursache allein zurückzuführen sind, aber Kostendruck und Rabattverträge direkt und indirekt Treiber der Engpässe seien.

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