Lieferengpässe: Defekt-Alarm für Ärzte

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Berlin -

Alexander Herzog, Generalsekretär des österreichischen Herstellerverbands Pharmig, will Lieferengpässe durch erhöhte Transparenz in der Lieferkette bekämpfen. So könnten Parallelimporte eingegrenzt werden. Außerdem fordert er eine Einbindung dieser Informationen in die Praxissoftware: „Am besten wäre es, dass Ärzte nicht lieferbare Medikamente erst gar nicht verschreiben“, so Herzog.

Apothekern und Patienten in Österreich geht es beim Thema Lieferengpässe nicht besser als ihren Nachbarn im Norden. Das Problem wird auch in der Alpenrepublik immer virulenter und erhält wachsende Aufmerksamkeit von Politik, Unternehmen und Öffentlichkeit. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) hat deshalb einen runden Tisch einberufen, um mit Branchenvertretern Lösungsansätze zu suchen. Als Resultat bereitet die Regierung mittlerweile eine gesetzliche Meldepflicht bei Einschränkung der Lieferfähigkeit vor – vom Hersteller über den Großhändler bis zum Arzt und dem Apotheker sollen alle Beteiligten in der Lieferkette künftig schnell im Blick haben, wie es um die Verfügbarkeit eines Arzneimittels bestellt ist.

„Wir wollen den Weg des Medikaments genau verfolgen, also völlige Transparenz in der Lieferkette“, hat Herzog seine Vorstellung der Tageszeitung Kurier erklärt. „Damit sehen wir, wo es Parallelexporte gibt.“ Die sehen Pharmig und BASG nämlich als die wichtigste Ursache für die wachsende Zahl nicht verfügbarer Arzneimittel. „Die Arznei wird zwar nach Österreich geliefert, kommt aber nicht in der Apotheke an, weil sie ins Ausland verkauft wird, wo bessere Preise erzielt werden.“ Ein Exportverbot fordert Herzog jedoch nicht. Angesichts des freien Warenverkehrs innerhalb der EU ließe sich das rechtlich nicht halten.

Deshalb müssen andere Lösungen her, Herzogs Rezept ist dabei totale Transparenz und Selbstkontrolle. „Wir wollen auch von der gesamten Lieferkette ein Bekenntnis, dass die Ware hier in Österreich bleibt“, sagt er. Für die Ärzte wiederum müsste sichergestellt werden, dass die gemeldeten Informationen mit möglichst geringem Aufwand eingesehen werden können. „Es ist dem Arzt nicht zumutbar, dass er selbst in ein Engpass-Register schauen muss, daher müsste das automatisch über eine Datenbank-Abfrage im Hintergrund“, so der ehemalige Unternehmensberater.

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