Versorgungsengpässe

Auch in Pflegeheimen werden Arzeimittel knapp APOTHEKE ADHOC, 10.09.2019 15:16 Uhr

Berlin - Über Lieferprobleme von Arzneimitteln und Medikamenten durch Apotheken und Kliniken wird seit längerer Zeit berichtet. Einfache Schmerzmittel bis hin zu speziellen Krebs-Therapiemittel sind demnach oft nicht lieferbar. Aber auch in stationären Pflege-Einrichtungen gibt es zunehmend Probleme. Das hat jetzt eine Umfrage der Unabhängigen Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ ergeben.

Im August 2019 wurden Pflegekräfte in stationären Einrichtungen im Rahmen einer nicht repräsentativen Online-Umfrage zu Lieferschwierigkeiten von Arzneimitteln und Medikamenten in Pflegeheimen befragt. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Versorgungssicherheit mit Medikamenten auch in Heimen offenbar nicht ausreichend gewährleistet ist“, sagt Reinhard Leopold, Sprecher der Unabhängigen Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ und Regionalbeauftragter des BIVA-Pflegeschutzbund. Er hat die Umfrage in den sozialen Netzen im Internet durchgeführt.

Mit fast 60 Prozent hatte die Mehrheit der Befragten in den letzten zwölf Monaten mit der Nichtverfügbarkeit von Arzneimitteln und Medikamenten beruflich zu tun. Davon wurde „sehr oft“ (mehr als 10 x im Monat) von knapp sechs Prozent, „häufig“ (bis zu 10 x im Monat) von fast fünfzehn Prozent und „wenig“ (bis zu 10 x in 2 Monaten) von fast 40 Prozent genannt. Als Auswirkungen für ihre berufliche Tätigkeit wurden in der Reihenfolge hauptsächlich „Hoher Zeitaufwand für Ersatzbeschaffung“, „Vorwürfe von Betroffenen (Angehörigen, Betreuern)“ sowie „Stress, weil problematische Folgen drohen“ genannt. Andere fürchten „Vorwürfe von Kollegen/Vorgesetzten“ und „rechtliche Auseinandersetzungen“. Lediglich rund ein Viertel der Befragten äußerte, es habe keine Auswirkungen für ihre Arbeit.

Bei der Frage welche Folgen die Lieferschwierigkeiten der Arzneilieferanten für Patienten habe, äußerten fast ein Drittel „Ja“, es habe negative Folgen für die kranken Menschen. Fast 10 Prozent davon benennen in der entsprechenden offenen Frage auch die konkreten Auswirkungen. Genannt wurden unter anderem Schmerzen, Schlaflosigkeit, Unzufriedenheit, Erhöhte Blutdruckwerte und Schwankungen. Als extremste Auswirkung wurde genannt „Verlust von Gliedmaßen und Tod“.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Strategische Neuaufstellung

MVDA emanzipiert sich von Phoenix»

Comjoodoc

Heilberufler-Plattform: Vom Flughafen in die Apotheke»

NRW.Bank

Förderprogramm für Apothekendigitalisierung»
Politik

Grünen-Fraktionschef

Hofreiter auf Monsanto-Listen»

Alternativmedizin

Homöopathie-Erstattung: Geteiltes Echo aus der Politik»

GKV-Erstattung

Homöopathie: „Irrelevant im Konzert der Gesundheitsausgaben“»
Internationales

Purdue-Insolvenz

Mundipharma: Eigentümerfamilie schafft eine Milliarde beiseite»

DisposeRx

Altmedikamente: Gelklumpen statt Toilette»

12-Milliarden-Vergleich

Purdue: 1,5 Milliarden für Mundipharma»
Pharmazie

Novartis

Neue Studienresultate zu Diabetes-Therapie»

Polycythaemia vera

Besremi: Ropeginterferon im Fertigpen»

Kinderarzneimittel

Noch keine PUMA-Zulassung in diesem Jahr»
Panorama

Burkholderia cepacia

Rossmann stoppt Verkauf eines Kinderduschgels»

Misshandlungsprozess

Frau bunkert Medikamente für eine Million Euro»

Psychische Erkrankungen

Grüne und Therapeuten für mehr Prävention»
Apothekenpraxis

Westfalen-Lippe

Overwienings neue Apotheke sorgt für Diskussionen»

aposcope-Studie

Homöopathie: Von Apothekern verteidigt, von PTA gefeiert»

US-Versandapotheke entdeckt Verunreinigung

150 mg Ranitidin, 3 mg NDMA»
PTA Live

PTA Reform

ABDA: PTA an der Leine halten  »

PTA Lehranstalt Köln

Manege frei: 50 Jahre „Circus Pharmaceuticus“»

Bestelldienste

Whatsapp schmeißt Apotheken raus»
Erkältungs-Tipps

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»

Atemwegserkrankungen

Wenn der Hals dick wird»

Psychogene Erkrankungen

Wenn die Psyche Husten hat»
Magen-Darm & Co.

Verdauungsenzyme

Lipase & Co: Essentiell für die Verdauung»

Verdauungsorgane

Bauchspeicheldrüse: Ein Organ, zwei Funktionen»

Brechdurchfall

Noroviren: Gefürchtet in Kita und Krankenhaus»
Kinderwunsch & Stillzeit

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schilddrüse: Problemfaktor in der Schwangerschaft? »

Supplemente in der Schwangerschaft

Folat, Jod & Co.»

Der weibliche Zyklus

Von Hormonen, Eisprung und Menstruation»