Daunoblastin fehlt bis November

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Berlin - Pfizer informiert derzeit über die Lieferunfähigkeit von Daunoblastin 20 mg Pulver zur Herstellung einer Infusions- oder Injektionslösung. Am 28. Februar hatte Pfizer dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine eingeschränkte Lieferfähigkeit mit einer Lieferunfähigkeit ab voraussichtlich Anfang April 2019 bis voraussichtlich August 2019 offiziell gemeldet.

Nach der eingeschränkten Verfügbarkeit geht Pfizer nun davon aus, dass die Lieferengpässe voraussichtlich noch bis November bestehen werden. Betroffen sind alle von Pfizer in Europa zugelassenen Arzneimittel mit dem Wirkstoff Daunorubicin. Grund für die Engpässe sind produktionsbedingte Störungen: Der Lohnhersteller, der Daunoblastin für Pfizer produziert, konnte den Wirkstoff bislang nicht in den für eine Versorgung in Deutschland benötigten Mengen verfügbar machen.

In Deutschland gibt es keine Alternativen für den Wirkstoff: „Uns ist bewusst, dass es sich bei dem Medikament um einen wichtigen Therapiebaustein in der Behandlung bestimmter Leukämien handelt“, heißt es auf der Homepage des Herstellers. Die Arzneimittel anderer Hersteller beziehungsweise aus anderen Ländern stehen gegebenenfalls in einer anderen Dosierung zur Verfügung. Gemäß den Regelungen in § 73 AMG möchte Pfizer auf die Möglichkeit des Imports von zugelassenen Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Daunorubicin hinweisen. Zur Berechnung der patientenindividuellen Dosierung soll die jeweilige Fachinformation zu Rate gezogen werden.

Daunorubicin ist ein Chemotherapeutikum, das bei bestimmten Arten von Blutkrebs angewendet wird. Bei Erwachsenen ist es zur Remissionsinduktion bei akuten lymphoblastischen beziehungsweise lymphatischen (ALL) und bei akuten myeloischen Leukämien (AML) zugelassen. Die Anwendung erfolgt in Kombination mit anderen Zytostatika. Bei Kindern und Jugendlichen ist Daunorubicin als Teil einer Kombinationstherapie zur Behandlung von akuter lymphatischer und akuter myeloischer Leukämie indiziert. Häufige Nebenwirkungen sind Knochenmarkdepression, sekundäre Leukämie, Kardiotoxizität, Infektionen, Dehydrierung aufgrund starker Übelkeit und Erbrechen, Mukositis, Tumorlysesyndrom und Gewebenekrose oder Thrombophlebitis an der Injektionsstelle.

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