Rahmenvertrag: Reimporte plus 35 Prozent

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Berlin - Am 1. Juli ist der Rahmenvertrag mit der neuen Importförderklausel in Kraft getreten. Seitdem steigen die Abverkäufe von Arzneimittelimporten sprunghaft an: Nach ersten Daten auf der Basis von Iqvia wuchs die Zahl der importierten Packungen um gut 35 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Zuwachs ist in diesem Bereich doppelt so hoch wie im Gesamtmarkt. Damit entwickelt sich die von Deutschem Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband ausgehandelte Regelung zu einem Importförderprogramm.

Nach APOTHEKE ADHOC vorliegenden Daten betrug die Anzahl der im Juli importierten Packungseinheiten 2,01 Millionen. Im Juni waren es nur 1,48 Millionen Packungen, das entspricht dem Niveau der zwölf Vormonate, in denen jeweils zwischen 1,47 und 1,75 Millionen importierte Packungen abgegeben wurden. Gegenüber dem Höchstwert des Jahres 2018 (Oktober) bedeutet der Rekord im Juli damit immer noch einen Anstieg von immerhin knapp 15 Prozent.

Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt legte im Juli im Vergleich zu Juni um 17 Prozent auf 62,12 Millionen Packungen zu. Im Vergleich zu Oktober 2018 lag die Zahl sogar leicht niedriger.

Vergleichbare Zahlen gibt es bei Insight Health: Danach stiegen im Juli die Abverkäufe an Reimporten im Rx-Bereich um 27 Prozent auf knapp 3,3 Millionen Einheiten. Seit Jahresbeginn gab es in drei Monaten sogar Rückgänge. Damit bestätigen sich die Erwartungen von Branchenkennern, dass die komplizierte neue Imortförderklausel zu einem Anstieg der Abgabe importierter Arzneimittel führt.

Jörg Geller, Geschäftsführer von Kohlpharma, erklärt, dass der Juni 18, der Juli dagegen 23 Arbeitstage hatte. Aus seiner Sicht lässt sich der Anstieg darauf zurückführen. Allerdings hatte er im Interview mit APOTHEKE ADHOC erklärt, dass die Regelung im Rahmenvertrag so kompliziert sei, dass die Apotheker die Erfüllung kaum abschätzen können. „Es wird dort zu Übererfüllungseffekten kommen. Für diese komplizierte Regelung ist der DAV mitverantwortlich. Die Apotheker können sich dafür bei DAV-Chef Fritz Becker bedanken. Uns wäre eine einfachere Regelung lieber gewesen. Da kann ich den DAV nicht verstehen.“

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