Keine Doku im Botendienst, aber ...

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Berlin -

Seit Ende April können Apotheken für die Lieferung von Medikamenten 5 Euro abrechnen. Aber wie wird nachgewiesen, dass der Bote tatsächlich unterwegs war? Eine Dokumentationspflicht gibt es nicht, erklärt der Berliner Apothekerverein (BAV) seinen Mitgliedern. Eine Stolperstelle gibt es trotzdem.

Laut Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung dürfen Apotheken pro Tag und je Lieferort 5 Euro für den Botendienst abrechnen. Dabei ist es unerheblich, wie viele Arzneimittel geliefert werden – sowohl bei Kassen- als auch bei Privatrezepten. Privatpatienten sollten auf den Zusatzbetrag hingewiesen werden.

Fallen für einen Patienten Botendienste an zwei Tagen an, kann die Pauschale zweimal abgerechnet werden. Dies kann der Fall sein, wenn ein Arzneimittel am Tag der Rezeptvorlage geliefert wird und ein weiteres am Folgetag, weil es erst am nächsten Tag vom Großhandel in der Apotheke eintrifft.

Wird an Eheleute geliefert, die gemeinsam in einer Wohnung leben, darf die Pauschale nur einmal in Rechnung gestellt werden, da der gemeinsame Haushalt als Lieferort zählt. Auf welchem der beiden Rezepte die Pauschale abgerechnet wird, ist nicht geregelt und somit der Apotheke freigestellt. Wird dagegen an mehrere Familien in einem Mehrfamilienhaus geliefert, darf die Pauschale auch mehrmals abgerechnet werden.

Rechnen Apotheken die Botendienstpauschale in Höhe von 5 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer ab, muss die Sonder-PZN 06461110 auf das Rezept aufgedruckt werden. In das Feld „Faktor“ kommt die Ziffer „1“ und im Feld „Taxe“ der Betrag „595“ – ab Juli sind es aufgrund der Mehrwertsteuersenkung „575“.

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