Briefkasten + Bote = 5 Euro

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Berlin -

Versandapotheken dürfen keine 5 Euro für die Lieferung abrechnen – weil Versandhandel eben kein Botendienst ist. Dagegen gehören Rezeptsammelstellen in dünn besiedelten Gebieten zum Portfolio der Apotheken vor Ort. Entsprechend dürfen bei Verordnungen, die in einem Briefkasten gesammelt und via Botendienst beliefert werden, zeitlich befristet die Pauschale von 5 Euro zulasten der Kasse abgerechnet werden.

Rezeptsammelstellen dürfen nur mit Erlaubnis der zuständigen Behörde aufgestellt werden. Die Apotheke muss dazu einen entsprechenden Antrag stellen. Möglich ist dies, wenn zur ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung von abgelegenen Orten oder Ortsteilen ohne Apotheken eine Rezeptsammelstelle erforderlich ist. Die Erlaubnis ist für eine Dauer von drei Jahren befristet und kann im Anschluss wiederholt erteilt werden.

Die Rezepte werden in einem geschlossenen Behälter gesammelt und mit Name und Anschrift der Apotheke sowie den Abholzeiten versehen. Außerdem ist auf dem „Rezeptbriefkasten“ eine Notiz aufzubringen, dass das eingeworfene Rezept mit einem deutlichen Hinweis zu versehen ist, ob die Bestellung per Bote zugestellt werden soll (dann ist die Adresse des Empfängers erforderlich) oder ob der Kunde selbst die georderten Präparate abholt.

In der Apotheke werden die bestellten Arzneimittel für jeden Kunden getrennt verpackt und – wenn gewünscht – über den Apothekenboten zugestellt. Bislang war dies eine kostenlose Serviceleistung der Apotheke. Im Zuge der „Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung“ ist es Apotheken gestattet, für den Botendienst je Lieferort und Tag einen Zusatzbeitrag von 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer abzurechnen – das gilt auch für die Belieferung von Bestellungen aus einer Rezeptsammelstelle per Botendienst.

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