Boten-Pauschale: 5 Euro pro Heimbelieferung?

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Berlin - Der Botendienst kann wegen der Corona-Krise bis Ende September via Sonder-PZN abgerechnet werden. Einige Kollegen fragen sich, ob sie der Kasse auch 5 Euro in Rechnung stellen dürfen, wenn sie Bewohner eines Alten- und Pflegeheims beliefern.

Apotheken können gemäß Corona-Eilverordnung bis 30. September unter Angabe der Sonder-PZN 06461110 für den Botendienst einen Betrag von 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer abrechnen. Dazu müssen in das Feld „Faktor“ die Ziffer „1“ und im Feld „Taxe“ der Betrag „595“ eingetragen werden. Der Botendienstzuschlag ist dem Gesamtbrutto hinzuzurechnen. Laut § 4 „SARS-CoV-2 Arzneimittelversorgungsverordnung“ können Apotheken die Botendienstpauschale „bei der Abgabe von Arzneimitteln im Wege des Botendienstes je Lieferort und Tag“ erheben. Eine Ausnahme gibt es jedoch für die Versorgung eines Alten- und Pflegeheimes.

Auch bei Heimbelieferung möglich

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilt dazu mit: „Die Versorgung von Alten- und Pflegeheimbewohnern erfolgt auf der Grundlage eines Versorgungsvertrags nach § 12a ApoG.“ Demnach müssen Apotheken mit dem Träger der Heime einen schriftlichen Vertrag über die Versorgung der Bewohner mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten schließen.

Weiter heißt es: „Eine Botendienstvergütung kann deshalb nur ausnahmsweise dann berechnet werden, sofern sich einzelne Patienten außerhalb eines Heimversorgungsvertrags aufgrund ihrer freien Apothekenwahl in Eigenregie beliefern lassen (§ 12 Abs. 3 ApoG).“ Versorgen sich Bewohner eines Heimes also selbst mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten aus öffentlichen Apotheken, bedarf es keines Vertrages zwischen Heim und Apotheke – und der Botendienst kann vergütet werden.

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