Rezeptsammelstelle am Vogelhaus | APOTHEKE ADHOC
Umzug in Hessen

Rezeptsammelstelle am Vogelhaus

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Berlin -

Seit rund 30 Jahren betreibt Apotheker Dr. Heinz-Werner Ewald die Rezeptsammelstelle der Schloss-Apotheke in Hessischen Antrifttal-Ruhlkirchen. Nun hat sie einen neuen Standort. Das haben Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist und er kürzlich vereinbart. Neuer Standort ist das als Vogelhaus umgebaute alte Trafohäuschen. Seit Mitte Mai können dort die Bewohner der kleinen Gemeinde ihre Rezepte wie gewohnt in den Briefkasten einwerfen und erhalten die Medikamente mit der nächsten Lieferung.

Die Umstellung ist nicht groß. Der neue Standort ist nur knapp 30 Meter von der bisherigen Rezeptsammelstelle entfernt. Notwendig wurde der Umzug, weil die Scheune, an der der Briefkasten bisher hing, abgerissen werden muss. „Der Dienst ist nicht nur ein besonderer Komfort, sondern gerade in Zeiten der Kontakteinschränkungen wertvoll, um die Versorgung sicherzustellen“, betont Bürgermeister Krist in der Pressemitteilung der Gemeinde.

Vor drei Jahren wurde das alte Trafohaus zum „Hochhaus für fliegende Dorfbewohner“ umgebaut. Seitdem finden dort Dohlen, Mauersegler, Mehlschwalben, Haus- und Feldsperlinge sowie Fledermäuse ein zu Hause. Die ehemalige Trafo-Station befindet sich direkt an der Antrift. Das geschichtliche Relikt konnte durch die Sanierung des Daches und der Außenfassade erhalten werden. Mehrere Nisthilfen und ein Insektenhotel wurden angebracht.

Apotheker Ewald betreibt insgesamt drei Rezeptsammelstellen. Das Trafohaus liegt rund zwölf Kilometer von seiner Schloss-Apotheke in Romrod entfernt. 1985 hat Ewald die Schloss-Apotheke übernommen. Seitdem gehört der Botendienst zu seinem Service-Angebot: „Wir fahren jeden Tag 120 Kilometer Botendienst“, so der Apotheker. In der abgelegenen Gegend gibt es so gut wie keinen öffentlichen Nahverkehr. Daher seien die Menschen auf den Botendienst angewiesen, auch wenn dies sich wirtschaftlich nicht rechnet. „Oftmals ist der Briefkasten leer“, so Ewald. Inzwischen werde auch mehr und mehr auf digitalem Wege bestellt.

Für eine seiner drei Rezeptsammelstellen muss der Apotheker jeden Monat sogar 25 Euro bezahlen. Dieser Briefkasten hängt an einem Privathaus. Da sei der Eigentümer eines Tages auf ihn zugekommen und habe eine Gebühr verlangt. Aber irgendwie gehören die Rezeptsammelstellen und. der Botendienst für Ewald zum Apothekerdasein. „Das ist eine Gewohnheit, ein Besitzstand und wie jetzt für unsere Apotheke auch einmal eine Imagewerbung.“

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