Mühltroff: eBox liefert sofort Rezepte | APOTHEKE ADHOC
Sachsen

Mühltroff: eBox liefert sofort Rezepte

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Berlin -

Am 1. November eröffnete im vogtländischen Mühltroff die zweite digitale Rezeptsammelstelle in Sachsen. Einige interessierte Mühltroffer Bürger machten sich trotz kalter Temperaturen auf den Weg, um sich die neue Technik erklären zu lassen. Die Besucher zeigten sich laut Apothekerin Dorren Feustel begeistert von dem neuen Service zur Arzneimittelversorgung in ihrem Heimatort. Und die Technik wird angenommen und läuft störungsfrei. Am ersten Arbeitstag kamen von der digitalen Box bereits mehrerer Rezepte in die Pausaer Stadt-Apotheke, die die digitale Rezeptsammelstelle betreibt.

Zur Eröffnung war auch der Bürgermeister von Pausa-Mühltroff, Michael Pohl, gekommen. Er lobte das neue Angebot als gute Alternative zu den sonst langen Wegen zur nächsten Vor-Ort-Apotheke. Alt-Bürgermeister Jonny Ansorge war ebenfalls mit nach Mühltroff gekommen. Zusammen mit ihm und der ortansässigen Ärztin Frau Dr. Karin Enk war schon früh die Idee der digitalen Rezeptsammelstelle entstanden. Der Grund: Die Löwen-Apotheke im Ort schloss Ende Oktober, der Inhaber ging in Rente und ein Nachfolger fand sich nicht. Apothekerin Feustel von der acht Kilometer entfernten Pausaer Stadt-Apotheke konnte daher auf das E-Rezept nicht warten: „Wir brauchten sofort eine Lösung.“

Seit Anfang 2019 war klar, dass in der kleinen Gemeinde die Arzneimittelversorgung nicht mehr gesichert sein würde. „Anfang des Jahres kam Bürgermeister Ansorge auf mich zu“, so Feustel. Gemeinsam mit Ärztin Dr. Karin Enk und dem Bürgermeister wurde nach einer Lösung gesucht. Für den Erhalt der Apotheke in Mühltroff gab es keine Chance: „Der Standort wäre einfach nicht rentabel gewesen. Wir haben deshalb nach anderen Möglichkeiten gesucht“, so die Apothekerin. So kam man auf die Idee, im Dorf die zweite digitalen Rezeptsammelstelle in Sachsen einzurichten.

Am 1. November wurde daher außen am Gebäude der Mühltroffer Arztpraxis in der Bahnhofstraße 9 ein sogenannter Rezeptbriefkasten angebracht, der 24 Stunden zugänglich ist. Der weiße Kasten erinnert an einen Geld- oder Parkautomaten. Gegen die Witterung ist er mit einem Vordach geschützt und vom angrenzenden Parkplatz aus leicht zugänglich. „Es funktioniert ganz einfach und eignet sich auch für ältere Leute“, sagt Feustel. Man legt sein Rezept auf den Einzug, sodass es digital erfasst werden kann. Man müsse keinerlei Daten per Hand eingeben, auf dem kleinen Display erscheint lediglich der Schriftzug, dass die Daten digital weitergeleitet werden. Sie werden an die Apotheke in Pausa übermittelt. Die Rezepte landen nach dem Scannen im Kasten. Er wird von der Apotheke regelmäßig geleert.

Entschieden hat sich Feustel für die digitale Rezeptbox vom ARZ Darmstadt. Das Konkurrenzprodukt von Noventi hätte in einen 24 Stunden zugänglichen Innenraum installiert werden müssen: „So etwas hatten wir hier nicht“, so die Apothekerin. Von ARZ Darmstadt hat sie die Box zunächst für drei Jahre geleast. Dann will sie weitersehen. Die Konkurrenz durch das neue E-Rezept fürchtet Feustel nicht: „Das wird ein längerer Übergangsprozess.“ Und außerdem rechnet sie damit, dass die überwiegend älteren Patienten auch weiterhin das Papierrezept nutzen werden.

„Das Rezept kann sofort von uns bearbeitet werden“, begründete die Apothekerin den Vorteil der digitalen Rezeptbox gegenüber einem herkömmlichen Briefkasten. Die Arzneimittel werden anschließend von der Pausaer Apotheke kostenfrei ausgeliefert. „Wenn bis Mittag um 12 Uhr eingescannt wird, bringen wir die Medikamente, wenn sie verfügbar sind, am selben Tag von 15 bis 18 Uhr zu den Leuten“, so Feustel. Ansonsten in der Regel am nächsten Tag.

Der Lieferservice von Medikamenten wird von Montag bis Freitag angeboten. „Wir hatten bisher auch schon die Leute auf Wunsch beliefert, jetzt wird das Gebiet nur größer“, sagt Feustel. Auch nicht rezeptpflichtige Medikamente werden geliefert. „Wir haben den Botendienst schon immer als Regelleistung gesehen“, so die Apothekerin mit Bezug auf die kürzlich vorgenommene Änderung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). Für den Botendienst hält sich daher schon jetzt ein Fahrzeug bereit. Ob sie das Angebot ausweiten und mehr Personal einstellen wird, will Feustel noch abwarten.

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