Knappschaft: 15 Euro für Windeln

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Berlin - Die Knappschaft zahlt für die Versorgung mit Inkontinenzhilfen ab Juni nur noch eine Monatspauschale von 15 Euro. Die seit 2014 laufenden Verträge wurden zum 31. Mai gekündigt. Bislang erhielten die Apotheker 21 Euro im Monat – künftig sind es fast 30 Prozent weniger. Im Gegenzug will die Kasse den Apotheken mit vereinfachten Prozessen entgegenkommen.

Die Knappschaft rechtfertigt die Kürzung der Pauschale mit Entlastungen für die Apotheker: Zum einen muss die medizinische Notwendigkeit der Versorgung ab Juni nur noch alle drei Jahre mit einem Rezept nachgewiesen werden. Zuvor sollte jährlich eine Verordnung vorgelegt werden. Zum anderen verlängert sich der Zeitraum, in dem das Rezept eingereicht werden kann, von zwei auf sechs Monate. „Unter Berücksichtigung der Prozessvereinfachungen für die Apotheke sowie der aktuell stattfindenden Marktentwicklung wurde der Vertragspreis angepasst“, heißt es in einem Schreiben an die Noch-Vertragspartner.

Eine Sprecherin der Knappschaft erklärte, dass einige Apotheken mit den bisherigen Zahlungen dazu in der Lage gewesen seien, eine bessere Inkontinenzversorgung zu leisten, als „gesetzlich vorgeschrieben oder medizinisch notwendig ist”. Daher habe die Knappschaft die Pauschale reduziert: „Da wir als Krankenkasse durch das Wirtschaftlichkeitsgebot den klaren Auftrag des Gesetzgebers haben, ausschließlich ausreichende, zweckmäßige, wirtschaftliche und nicht über das notwendige Maß hinaus gehende Leistungen zu gewähren, waren wir auch im Interesse aller Beitragszahler angehalten, die Verträge anzupassen.”

In der Vereinbarung wird auch die Inkontinenzversorgung der Versicherten der landwirtschaftlichen Krankenkasse geregelt. Anders als die Knappschaft zahlt die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) aber weiterhin eine Pauschale von 21 Euro. Apotheken können wählen, ob sie künftig die Versicherten beider Krankenkassen mit Inkontinenzhilfen versorgen wollen oder nur die SVLFG-Patienten.

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