Barmer stoppt Inko-Ausschreibung

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Berlin - Die Preise waren zu gut, um wahr zu sein: Die Barmer GEK hat eine Ausschreibung über aufsaugende Inkontinenzmittel aufgehoben, weil die Gebote der Hersteller zu niedrig waren. Offensichtlich hatten die Unternehmen einkalkuliert, dass viele Versicherte für bessere Produkte aufzahlen würden. Die Kasse will nun auf einen klassischen Hilfsmittelvertrag setzen, dem alle Leistungserbringer beitreten können.

Bei der vorherigen Ausschreibung über aufsaugende Inkontinenzprodukte hatten insgesamt sechs Unternehmen exklusive Zuschläge für insgesamt 20 Losgebiete erhalten: Vier Lose gingen an Unizell Medicare, je drei Lose an Attends, Medi-Markt Homecare, Medi-Center und MediClean sowie je zwei Lose an Mohage Mommsen und Seresco.

Die Ausschreibung für die Nachfolgeverträge veröffentlichte die Barmer Ende Juli. Das Auftragsvolumen belief sich auf 77 Millionen Euro. Bei der Sichtung der eingegangenen Angebote zeigten sich einem Kassensprecher zufolge „auffällig niedrige Monatspauschalen“: „Diese lagen deutlich unter 10 Euro für eine monatliche Versorgung eines Versicherten.“

Um zu prüfen, ob mit dieser Summe überhaupt eine Versorgung gewährleistet werden kann, unterzog die Barmer die Angebote einer sogenannten Auskömmlichkeitsprüfung. „Das Ergebnis bestätigte unsere Verdachtsmomente“, so der Sprecher. „Eine aufzahlungsfreie und qualitativ hochwertige Versorgung unserer Versicherten mit Inkontinenzprodukten erscheint unter diesen Angebotspreisen von deutlich unter 10 Euro Monatspauschale nicht möglich.“

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