AOK Nordwest: 20,90 Euro Windelpauschale

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Berlin - Ab Juli gilt bei der AOK Nordwest ein neuer Hilfsmittelvertrag. Knackpunkt ist die Pauschale für Inkontinenzhilfen: Bis dato hatte die Kasse in Westfalen-Lippe je nach Art und Größe des Produkts einen festen Stückpreis gezahlt. Nun soll eine Monatspauschale von 20,90 Euro eingeführt werden. Der neue Vertrag gilt auch für Schleswig-Holstein; mit ihm sinkt die bisher gezahlte Pauschale um mehr als zehn Euro.

Die Apotheker der Regionen erhielten Ende Mai ein Schreiben zum neuen Vertrag. Die AOK Nordwest ist die mitgliedsstärkste Krankenkasse in Westfalen-Lippe und war eine der letzten Kassen, die für die Inkontinenzversorgung keine Pauschale, sondern einen Stückpreis gezahlt hat. Mit der Pauschale wolle die Kasse ihre Ausgaben besser planen können und eine Überversorgung abbauen, erklärt Dr. Sebastian Schwintek, Geschäftsführer des Apothekerverbands. „Bei der Erstattung auf Einzelproduktbasis war der Patientendruck auf die Ärzte so groß, dass sie mehr Produkte verschrieben als medizinisch notwendig“, so Schwintek.

Der neue Hilfsmittelvertrag gilt auch für die Region Schleswig-Holstein. Dort wurde bereits zuvor eine Pauschale gezahlt, allerdings lag diese bei 31,89 Euro monatlich. Dr. Thomas Friedrich, Geschäftsführer des Apothekerverbands, ist mit der gesunkenen Pauschale „natürlich nicht“ zufrieden. „Ich weiß nicht, wie Apotheker damit besonders schwere Fälle von Inkontinenz ausreichend versorgen sollen“, kritisiert Friedrich.

Mit der vormals knapp zehn Euro höheren Pauschale sei die Versorgung mit Inkontinenz-Hilfsmitteln möglich gewesen, sagt er. Bei der neuen Pauschale habe es keinen Verhandlungsspielraum gegeben, berichtet er: „Die AOK hatte Leistungserbringer gefunden, die zu dem Preis liefern konnten.“ Inwieweit diese Anbieter mit Patientenzuzahlungen kalkulierten, habe dabei keine Rolle gespielt, so Friedrich.

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