Impfstoff ohne Kürzung: Beifall statt Ablehnung

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Berlin - In der kommenden Woche dürften die Apotheken ihre gegen Corona impfenden Ärzte vielerorts glücklich machen. Denn es steht ausschließlich Comirnaty zur Verfügung. 2 Millionen Impfdosen von Biontech werden an die Praxen verteilt. In Berlin erntet ein Apotheker statt Ablehnung wie in der Vorwoche jetzt Beifall.

Der Großhandel hat sich mit den lieferbaren Dosen des mRNA-Impfstoffes von Biontech zurückgemeldet. In einer Berliner Apotheke ist man mit der Antwort sehr zufrieden. „Diesmal lief alles Bombe“, sagt der Inhaber. Die für drei Ärzt:innen bestellten 18 Vials seien alle zugesagt worden. „Wir werden zu 100 Prozent versorgt.“ Die Ärzte seien begeistert. „Jetzt sind sie am Rudern und Planen, die Patienten über das Angebot zu informieren.“

Denn Anfang der Woche lief es noch anders, als die Apotheken erstmals den Vektorimpfstoff von AstraZeneca mitauslieferten. Eine Ärztin schickte das Apothekenteam mit dem Fläschchen Vaxzevria kurzerhand wieder weg. „Jetzt haben sich die Ärzte sehr gefreut, dass es so gut geklappt hat.“ Die Rückmeldungen seien durchweg positiv – nach dem Motto: „Wir könnten noch mehr impfen.“

Wieviel Impfstoff jede Praxis letztlich in erhalten wird, hängt laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) unter anderem von der Zahl der impfenden Ärzte ab. Wenn erneut rund 55.000 Vertragsärzte Impfstoff bestellten, erhalte jeder im Durchschnitt 36 Dosen. Knapp darunter fiel die Zusage für eine Apotheke in Süddeutschland aus. Ihr wurden von den bestellten 48 Dosen Comirnaty 30 zugesagt. Der Inhaber ist „mittelzufrieden“, freut sich aber, dass die Impfbereitschaft vorhanden sei.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hatte am Freitag die für die Zeit vom 26. April bis 2. Mai avisierte Impfstoffmenge von 1,5 Millionen Dosen auf zwei Millionen Dosen aufgestockt. Biontech hatte angekündigt, insgesamt rund 3,4 Millionen Dosen für Deutschland bereitstellen zu können, 916.000 mehr als zuvor. Für Mai liegen laut KBV noch keine Lieferpläne des Bundes vor. Zwar gebe es Zusagen, dass im nächsten Monat an die Praxen deutlich mehr Impfstoff geliefert werden solle, konkrete Angaben lägen bislang allerdings nicht vor, sagte der Vorsitzende Dr. Andreas Gassen. Die KBV fordert verlässliche Informationen, um das Impfen neben der Regelversorgung effizient organisieren zu können.

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