Apothekenhonorar

Großhandel: Gutachten empfiehlt AEP-Modell Lothar Klein, 12.12.2017 15:19 Uhr

Berlin - Das vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) beauftragte Gutachten zum Apothekenhonorar empfiehlt der Politik eine durchgreifende Umgestaltung des Arzneimittelgroßhandels. Nach dem Vorbild des Großhandels AEP reicht laut Gutachten in der Regel eine Lieferung pro Tag aus: „Ein Reformansatz besteht in der Optimierung der Belieferungsfrequenz“, heißt es in der aktualisierten Fassung des Gutachtens. Außerdem drängen die Gutachter auf eine Senkung des Apothekenhonorars.

Gegenwärtig würden nach Angaben des Phagro alle knapp 20.000 Apotheken drei Mal pro Öffnungstag beliefert. Diese hohe Frequenz resultierte aus der Vielzahl der Rx-Produkte und dem hohen Leistungsstandard sowohl der Apotheken als auch des Großhandels. „Um den hohen Standard der Versorgungssicherheit weiter zu steigern, und um gleichzeitig Aufwände zu reduzieren, wird empfohlen, die Anzahl der Belieferungen zu verändern“, heißt es. Dazu werde empfohlen, „nur die circa 1200 Notfallapotheken innerhalb von 24 Stunden“ zu beliefern.

Das würde selbst bei einer Belieferung von bis zu fünf Mal dieser Apotheken eine erhebliche Reduktion der Lieferfrequenz bedeuten. Durch eine solche Belieferungsregel reduziere sich die Anzahl der Belieferungen pro Jahr von circa 19,6 Millionen auf rund 8,4 Millionen. Dies entspreche einer Reduktion von 43 Prozent.

„Die Kosten für die Lieferungen ist ein wesentlicher Kostenblock des Großhandels (ca. 25 Prozent) aller Kosten“, heißt es weiter. Eine erste konservative Schätzung gehe davon aus, dass rund 20 Prozent der Kosten für die Lieferungen eingespart werden können. Dies entspreche etwa 62 Millionen Euro, heißt es im letzten Kapitel des Gutachtens unter „Empfehlungen“. Neben dem monetären Vorteil komme ein „nicht unerheblicher ökologischer Aspekt“ hinzu: „Millionen Fahrten und Touren würden eingespart ohne dabei die Versorgungsqualität einzuschränken.“ Ein weiteres Argument für diesen Reformansatz sei, dass die Attraktivität für die Notdienstapotheke deutlich steige, denn nur hier könne bei akutem Bedarf das Produkt sehr schnell dem Patienten zur Verfügung gestellt werd

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