„Pharma Beauty“

Erste Fotos aus der Douglas-Kosmetikapotheke

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Berlin -

Am Mittwochabend eröffnet Douglas in Hamburg die erste neue Filiale nach neuem Konzept. Europas größte Parfümeriekette macht ein großes Geheimnis um das Projekt. Bei den Umbauarbeiten im Stadtteil Eppendorf wurde der Sichtschutz an den Schaufenstern kurzzeitig entfernt – und unabsichtlich ein Blick auf die neuen Regale zugelassen. Douglas wirbt mit „Pharma Beauty“ für zahlreiche Top-Kosmetikmarken aus der Apotheke.

Eucerin, Vichy, La Roche-Posay, Bioderma, Nuxe, Lierac, Daylong – die Liste liest sich wie eine Bestellung aus einer Apotheke. Doch dabei handelt es sich um das neue Angebot der Parfümeriekette unter dem Namen „Douglas Pro“. Neu ist nicht nur das Konzept, sondern auch das Logo. Das fast 50 Jahre alte Handschriftenlogo wird gegen einen klaren Schriftzug ausgetauscht. Für die neuen Läden suchte das Unternehmen auch Apotheker und PTA, die die Kosmetik den Kunden erklären.

Bei Lieferanten von Apothekenkosmetik ist Douglas offenbar mehr als fündig geworden. Firmenchefin Tina Müller soll bei großen Herstellern von Apothekenkosmetik persönlich nach Lieferkonditionen für ihren neuen Concept Store gefragt haben. Die Parfümerie präsentiert einem ersten Einblick zufolge ein breites Sortiment. Zahlreiche Produkte aus verschiedenen Serien werden in den Regalen angeboten. Die Auswahl erinnert an eine auf Kosmetik spezialisierte Apotheke.

Mit dem „Skin Concept Store“ will Douglas „pflegeaffinen Kunden einen Ort bieten, an dem noch zielgerichteter und umfassender auf ihre Wünsche eingegangen und mit spezialisierter Fachexpertise Problemlöser für anspruchsvolle Haut geboten werden können“. Zum Portfolio sollen „Pharmacy und Medical Brands“ bis hin zu „Lab Beauty“ und „Skin Experts“ gehören. Das Pilotprojekt startet in Eppendorf.

Die Hersteller distanzieren sich von Douglas Pro. Beiersdorf weist eine direkte Belieferung von Douglas zurück. „Eucerin wird in Deutschland aufgrund der besonderen Vertriebsanforderungen der Marke ausschließlich im Rahmen eines selektiven Vertriebssystems vertrieben, dem nur Apotheken und pharmazeutische Großhändler angehören“, sagt ein Konzernsprecher. Leider komme es vor, dass einzelne Vertragspartner aus diesem Kreis sich nicht an die Vereinbarungen hielten und Eucerin-Produkte auch außerhalb des Vertriebssystems verkauften.

Beiersdorf kontrolliere die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen mit hohem technischen Aufwand. Es gelinge immer häufiger, Vertragsbrüche festzustellen, so der Sprecher. In diesen Fällen erfolgten unter anderem ein sofortiger Belieferungsstopp, eine Kündigung des Vertrages sowie gegebenenfalls weitere rechtliche Schritte. Erst kürzlich fiel dem Hamburger Konzern ein Apotheker aus dem Raum Köln auf, der Kosmetik trotz anderslautender Vereinbarung im Selektivvertrag an einen Großhändler weitergegeben haben soll. Auch bei Galderma war Müller vorstellig. Der Daylong-Hersteller lehnte eine Belieferung ab und weist eine Kooperation zurück. „Wir liefern unsere Produkte exklusiv an Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel“, sagt eine Firmensprecherin.

Angesichts der Offensive von Douglas passte Beiersdorf im Sommer den Selektivvertrag an. Künftig gilt eine neue Klausel, die den Verkauf von Eucerin an OTC-Produkte bindet. Eucerin muss demnach im Verkaufsraum in unmittelbarer, räumlicher Nähe von apothekenpflichtigen Produkten präsentiert werden. Die Produkte können weiterhin an der gleichen Stelle im Regal stehen wie zuvor. Mit unmittelbarer Nähe ist nicht gemeint, dass Eucerin direkt oder sogar in der Sichtwahl stehen muss. Auch Pierre Fabre führte für die Marke Avène angesichts von Douglas erstmals einen Selektivvertrag ein.

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