Graumarkt: Hersteller rüsten technisch auf

, Uhr

Berlin - Douglas möchte regalmeterweise Kosmetik verkaufen, die eigentlich nur in Apotheken steht. Die Hersteller wollen das nicht, sagen sie. Und tatsächlich: Aus dem ersten Douglas Pro Store ist die Ware auf rätselhafte Weise verschwunden. Denn beim wohlduftenden Konzern hatte niemand mit dem Erfindungsreichtum der Branche gerechnet.

Douglas-Chefin Tina Müller hatte vorab bei den namhaften Kosmetikhäusern vorgesprochen und höflich um Ware für ihren Hamburger Pilotshop ersucht. Sie wurde abgewiesen, das kannte sie nicht. Mit einer beinahe sichtbaren Zornesfalte schwang sie sich auf ihr Einhorn, zischte „Wir werden ja sehen“ und flog davon. Die Sonne brannte.

Und natürlich sie fand einen Weg. Der Laden stand voll. Kiebitze hatten es schon vor der feierlichen Eröffnung entdeckt und schnell Fotos vom Erlkönigshop geschossen. Doch als sich am Mittwoch dann Promis und Promigenerika zum ersten Glas Collagensekt im sepiafarbenen Salon trafen, war alles weg. Die komplette Apothekenkosmetik.

Denn die Hersteller waren dem Graumarkt dieses eine Mal einen Schritt voraus. Die Packungen waren präpariert. Nicht mit einem 2D-Code, um den Bezugsweg offenzulegen, sondern gleich mit High Tech. GPS-gekoppelte Minikameras helfen der Ware bei der Orientierung: Wird sie außerhalb des Hoheitsgebiets eines Vertriebspartners gelagert, kann sie sich selbst evakuieren. Sie fährt ihre Räder aus und rollt kanntapper kantapper in die nächste Apotheke. Die neuere Drohnenversion hebt sogar ab. Und dann gibt es noch den Typ „Deterrence“ mit eingebauter Selbstzerstörung, aber ohne CE-Kennzeichnung.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres