Offensive gegen Douglas

Avène führt Selektivvertrag ein Carolin Bauer, 02.07.2018 15:04 Uhr

Berlin - Wie Beiersdorf reagieren auch weitere Hersteller von Dermokosmetik auf die Apothekenoffensive von Douglas. Pierre Fabre ändert sogar die Geschäftspolitik: Der französische Kosmetikhersteller setzt künftig für den Vertrieb der Marke Avène erstmals auf einen Selektivvertrag. Mit der Vereinbarung solle die „wichtige Exklusivität zur Beratung der Produkte in der Apotheke“ sichergestellt werden, sagt Vertriebsleiter Tobias Dietzsch. L’Oréal prüft unterdessen die aktuellen Verträge.

Pierre Fabre hatte bisher im Gegensatz zu anderen großen Anbietern von Apothekenkosmetik keine Selektivverträge mit Händlern geschlossen. Geschäftsbereichsleiter Sebastian Werner sagte noch vor zwei Jahren, die Vereinbarungen seien nicht zielführend und besäßen keine Durchschlagskraft. Insbesondere der Großhandel sei schwer zu kontrollieren, da dort auch Apotheken bestellen könnten, die nicht Vertragspartner seien.

Avéne wurde Anfang 2016 erstmals über die Douglas-Internetseite angeboten. Bis dato ging der Hersteller mit Kündigungen gegen Geschäftspartner vor, wenn herauskam, dass sie die Ware in den Graumarkt verkaufen. Dass es bis heute bei Avène und Quickcap von Orthomol blieb, hängt laut Branchenkennern damit zusammen, dass keine Geschäftsbeziehungen mit L’Oréal oder Beiersdorf riskiert werden sollen. Das könnte sich mit dem neuen Format ändern.

Daher wird der Ton jetzt strenger. „Die bis dato gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die der Zusammenarbeit mit unseren Partnern bislang den rechtlichen Rahmen gaben, reichen zukünftig leider nicht mehr aus“, so Dietzsch. Grund für die Anpassung sei die steigende Nachfrage nach hochwertiger und wirksamer Dermokosmetik aus der Apotheke. Auch andere Vertriebskanäle hätten den Wunsch, diese Produkte außerhalb der Apotheke anzubieten und sich so ein lukratives Zusatzgeschäft zu eröffnen. „Das Unternehmen Pierre Fabre unterstützt dieses Vorgehen nicht.“

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