Betriebsprüfung

Fahrtenbuch kostet 50.000 Euro Alexander Müller, 12.05.2015 10:51 Uhr

Berlin - Er hatte für sein Botenfahrzeug jahrelang akribisch Fahrtenbuch geführt und sich sogar eigens eine Software dafür gekauft – trotzdem musste ein badischer Apotheker mehrere tausend Euro an Steuern nachzahlen. Der Fiskus wollte Beweise, dass er bei seinen Aufzeichnungen nicht betrogen hatte. Der Prozess vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg (FG) sei einer „öffentlichen Exekution“ gleichgekommen, berichtet der Apotheker.

Bei einer Betriebsprüfung hatte der Apotheker für die Jahre 2006 bis 2008 eine private Nutzung seines Fahrzeugs zwischen 9 und 16 Prozent veranschlagt. Grundlage dieser Berechnung war sein elektronisch geführtes Fahrtenbuch. Dieses wurde bei der Prüfung von dem Finanzbeamten jedoch verworfen. Aus Sicht des Fiskus war das Programm nicht manipulationssicher. Das FG bestätigte dies und winkte die Steuernachzahlung durch.

Etwa 6000 Euro muss der Apotheker nachzahlen – pro Jahr und zuzüglich Zinsen. Da das FG die Software zum Erstellen der Fahrtenbücher nicht anerkannte, geht es nicht mehr nur um die drei Jahre der Betriebsprüfung. Er habe vom Finanzamt schon Post bekommen, berichtet der Apotheker. Der Fiskus stellt entsprechende Nachforderungen auch für die Jahre 2009 bis 2013, weil die Fahrtenbücher in diesem Zeitraum mit demselben Programm erstellt wurden. Insgesamt könnte damit ein Betrag von rund 50.000 Euro als Steuernachzahlung drohen.

Das Finanzamt rechnete mit der sogenannten 1-Prozent-Regel nach. Wird ein Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt, können die Kosten steuerlich geltend gemacht werden. Die private Nutzung wird pauschal mit 1 Prozent des Listenpreises pro Monat versteuert. Sollen Privatfahrten einzeln veranschlagt werden, müssen alle Aufwendungen durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nachgewiesen werd

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