Rheinland-Pfalz

Apotheker soll für Rezeptsammelstelle zahlen APOTHEKE ADHOC, 21.06.2018 15:18 Uhr

Berlin - Rezeptsammelstellen sollen die vor allem die Arzneimittelversorgung von weniger mobilen Menschen sicherstellen. Dagegen kann eigentlich niemand etwas haben, sollte man meinen. In einem kleinen Ort in Rheinland-Pfalz entbrennt jedoch derzeit ein Streit um den örtlichen Briefkasten einer Apotheke. Grund: Er verschandele das Prachtstück des Ortes.

Knapp 800 Einwohner hat Konken, eine Grundschule, einen Kindergarten und ein Gewerbegebiet. Eine Apotheke oder eine Arztpraxis gibt es im Ort nicht. Dafür gibt es seit April eine Rezeptsammelstelle, die die Apotheke am Rosengarten im benachbarten Kusel hat aufstellen lassen. Apothekeninhaber Bernd Kessler hatte das bei der zuständigen Landesapothekerkammer genehmigen lassen und mit Ortsbürgermeister Fritz Emrich abgesprochen.

Wie die „Rheinpfalz“ berichtet, war Emrich der Anfrage ohne Bedenken gefolgt und hatte im Alleingang grünes Licht gegeben. Der Kasten diene schließlich dem Wohl der Bevölkerung, argumentierte er im Gemeinderat. Da könnte die unspektakuläre Geschichte eigentlich vorbei sein. Doch in den letzten Wochen hat sich im Ort Widerstand geregt.

Nicht der Bürgermeister, sondern der Gemeinderat hätte darüber entscheiden müssen, befindet nämlich die Beigeordnete Angelika Fauß. Sie hatte die Rezeptsammelstelle extra auf die Tagesordnung des Gemeinderats setzen lassen. Und sie erhält Unterstützung für ihren Widerstand, mindestens zwei weitere Ratsmitglieder wollen, dass der Kasten wieder abgebaut wird.

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