Apotheker kontert Spahn: „Es gibt zu viele Apotheken in Köpenick“

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Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich im Interview mit Apotheker Philipp Kircher zur flächendeckenden Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort bekannt. So weit, so gut. Die Sicherung der Flächendeckung sei „nicht nur ein Stadt-Land-Thema“, sondern auch in städtischen Gebieten ein immer größeres Problem. Sein Beispiel dafür: „In Köpenick war ich mal vor einiger Zeit, da gibt es faktisch keine Apotheke mehr.“ Fragt man in Köpenick nach, klingt das ein bisschen anders.

„Köpenick ist gut versorgt mit Apotheken“, sagt Dr. Götz Krauter. Seine Apotheke trägt den Namen des berühmtesten Sohnes der Gegend: Wilhelm Voigt, jedem Schulkind bekannt als der Hauptmann von Köpenick. „Der Wettbewerb hier ist immer hoch.“ Das kann man beobachten, wenn man die Bahnhofstraße in Richtung der S-Bahn-Station Köpenick fährt: Auf einer Strecke von gut 600 Metern stehen dort sechs Apotheken.

Fährt man von der Bahnhofstraße weiter in Richtung des historischen Ortskerns von Köpenick – der Stadtteil wurde erst 1920 nach Berlin eingemeindet – kommt man noch an drei weiteren Apotheken vorbei, bevor man vor Krauters Offizin steht. Es ist seine Hauptapotheke, Filialen hat er in Schöneberg und Wilmersdorf. Krauter kennt sich also mit der Versorgungs- und Wettbewerbssituation in den verschiedenen Bezirken der Hauptstadt aus. „In Schöneberg sind im Umkreis von 400 Metern um meine Apotheke acht weitere“, sagt er. Natürlich sei der Konkurrenzkampf in der Innenstadt härter, aber auch in Köpenick machen sich die Apotheken gegenseitig ordentlich Druck.

Wie kommt der Gesundheitsminister dann dazu, zu behaupten, in Krauters Viertel gebe es „faktisch keine Apotheke mehr“? In Spahns Kopf schauen kann natürlich auch Krauter nicht, aber er hat Erklärungsansätze – und eine klare Meinung vom Gesundheitsminister.„Herr Spahn will Karriere machen, so ein Thema ist ihm da nicht so wichtig. Das ist reiner Populismus, um ihn voranzubringen“, sagt er. Dass der Minister treu zur flächendeckenden Vor-Ort-Versorgung steht, nimmt er ihm nicht ab. „Was mich persönlich an Herrn Spahn wundert: Er ist ein konservativer Politiker, aber der Koalitionsvertrag interessiert ihn offensichtlich nicht. Da frage ich mich, ob so jemand in politischen Führungspositionen eine Rolle spielen sollte.“

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