ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Securpharm enttarnt erste Fälschung Alexander Müller, 09.02.2019 07:50 Uhr

Berlin - Das System ist scharf gestellt und verbucht erste Erfolge: Securpharm hat schon am Morgen eine Fälschung aus dem Verkehr gezogen! In der Apotheke vermischen sich die Gefühle: Das Team ist begeistert, dass sich der Aufwand offenbar lohnt, andererseits gedeiht die Ungewissheit, mit was man die Patienten denn bislang versorgt hat.

Alles wie immer: Der Patient betritt die Offizin, legt sein Rezept auf den HV-Tisch. Metformin, wie immer. Schnell den Rabattpartner geprüft und die richtige Packung gefischt. Alles wie immer. Fast. Ab heute gilt Securpharm. Und die Packung hat einen 2D-Code. Also wird sie mit dem neuen Scanner eingelesen und siehe da: Die Ampel auf dem Bildschirm springt auf rot! Alarm, eine Fälschung, zumindest ein Verdachtsfall.

Der Apotheker reagiert mit der Gelassenheit, die ihn die düsteren Vorhersagen und Warnungen haben einüben lassen. Es lächelt dem Kunden freundlich zu und checkt die Freigabe der Charge. Tatsache, hier stimmt etwas nicht: Statt Metformin hat er eine Packung Mon Chérie gegriffen. Den jetzt fragend blickenden Kunden beruhigt mit einem vermurmelten Satz über Rabattverträge, verschwindet noch einmal im Backoffice und kommt wenig später mit der richtigen Packung wieder. Wäre das ohne Securpharm auch gelungen?!

Die Packung Mon Chérie wird vorerst unter Quarantäne gestellt. Eine Praline entnimmt der Apotheker mit Vorsicht und schickt sie direkt an Claudia Bertani (Sie wissen schon, die Pharmazierätin unter den Kirschtesterinnen, die mit dem weißen Cabrio). Die Prüfung bringt Gewissheit: Die Piemont-Kirsche kommt in diesem Fall aus Polen. Aber das ist schon in Ordnung so. Bevor der Apotheker tiefer in das Markenregister und Herstellungsverfahren befasst, gibt er dem Team eine Runde Kirschpralinen aus und freut sich auf den Securpharmstart.

Tatsächlich ist heute in Apotheken bis auf ein paar falsche Fehlermeldungen nicht viel zu erwarten. Denn der Stichtag 9. Februar gilt bekanntermaßen nur für die Hersteller. Ab heute dürfen ab Werk nur noch Packungen freigegeben werden, die codiert sind und den Erstöffnungsschutz haben. Die Läger in den Apotheken werden sich erst allmählich mit Packungen füllen.

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