Spahns Plan B

Versender werden gegen Boni-Deckel klagen Lothar Klein, 16.01.2019 10:15 Uhr

Berlin - Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA), Christian Buse, hält eine Klage gegen die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Festschreibung der Rx-Boni in Höhe von 2,50 Euro für zwingend: „Als Unternehmer habe ich keine andere Wahl“, sagte Buse im Interview mit APOTHEKE ADHOC. Dieser Punkt des Spahn-Pakets sei „nicht akzeptabel“. Vor der morgigen Abstimmung der ABDA-Mitgliederversammlung warnte Buse Kammern und Verbände vor einer Blockade: „Ein kompromissloses ‚Nein‘ und der Erhalt des Status Quo wären eine Katastrophe für den politischen Dialog der Apothekerschaft.“

ADHOC: Als Knackpunkt des Plan B von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sehen die Vor-Ort-Apotheken den Rx-Boni-Deckel von 2,50 Euro für ausländische Versender. Wie bewerten Sie diesen Vorschlag?
BUSE: Es liegt bislang vom Bundesgesundheitsministerium kein offizieller und detaillierter Vorschlag auf dem Tisch. Bisher sind das nur Eckpunkte. Plan B von Minister Spahn wird daher noch unterschiedlich interpretiert. Ich habe den Minister so verstanden, dass die Eckpunkte der Start für weitere Gespräche sind. Die Apothekerschaft interpretiert das Paket dagegen als geschlossenes Angebot, zu dem sie nur Ja oder Nein sagen kann. Aus meiner Sicht ist das Boni-Thema verhandelbar.

ADHOC: In welche Richtung?
BUSE: Grundsätzlich halte ich eine Begrenzung der Rx-Boni für sinnvoll und klug. Aktuell werden Rx-Boni aus Holland mit bis zu 40 Euro pro Rezept angeboten. Dass man das mit Regularien eindämmen will, ist ja gut und vernünftig. Aber eines leuchtet natürlich niemandem ein: Warum Rx-Boni nur für Anbieter aus Holland gelten sollen und nicht auch für inländische Apotheken mit und ohne Versanderlaubnis.

ADHOC: Die ABDA pocht auf Gleichpreisigkeit, die soll wenigstens im Inland gerettet werden.
BUSE: Dieses Denken macht immer noch an den nationalen deutschen Grenzen halt. Die Realität ist aber anders. Es gibt nur einen Markt. Und dieser Markt ist Europa. Für die Kunden macht es keinen Unterschied, ob an der Haustür der Postbote klingelt und der Absender aus Holland kommt oder aus Deutschland. Das ist unreflektiertes Denken. Im Hinblick auf die Boni bedeutet das: Der Verbraucher denkt doch nicht, die Apotheke in Deutschland darf das nicht. Der fragt sich doch, warum macht sie das nicht. Der Kunde unterstellt uns per se: Die wollen das nicht. Das scheint auch für der Teile der Apothekerschaft so richtig zu sein, aber eben nicht für alle. Wir möchten auch solche Angebote unterbreiten, ob Vor-Ort- oder Versand-Apotheke. Wir haben doch auch in anderen Märkten wie der Versorgung von Kliniken, Dialysen und Rettungsdiensten keine Preisbindung und trotzdem funktionieren die Märkte hervorragend. Es gibt keinen Versorgungsnotstand bei Krankenhäusern bei der Versorgung durch Apotheken. Selbst bei den Margen bei der Versorgung von Privatversicherten und GKV-Versicherten gibt es Unterschiede. Die Möglichkeit, Boni in einem definierten Rahmen zu geben, ist ja auch eine Form von gleichen Möglichkeiten.

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