NRF: Zwei neue Stammzubereitungen

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Berlin -

Die NRF-Ergänzungslieferung 2021/2 enthält zwei neue Stammzubereitungen: Die Atropinsulfat-Stammlösung 0,2 Prozent (NRF S.53.) und das Cellulose-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.54.) wurden neu ins NRF aufgenommen.

Atropin wird in Augentropfen beispielsweise zur Hemmung der Myopie eingesetzt. Bei der Myopie handelt es sich um Kurzsichtigkeit. Das scharfe Sehen in der Ferne ist eingeschränkt. Dass Atropin die Myopieprogession bei Kindern hemmen kann, ist bereits seit Langem bekannt. Allerdings weist der Stoff ein inakzeptables Nebenwirkungsprofil auf. Lediglich sehr niedrige Dosierungen (0,01 Prozent) können eingesetzt werden. In Deutschland werden Atropin-Augentropfen immer häufiger verordnet.

Ansonsten findet Atropin in der Augenheilkunde auch Anwendung als Mydriatikum. Der Arzneistoff, der natürlicherweise in mehreren Nachtschattengewächsen vorkommt, hemmt die Akkommodation der Pupille – es kommt zur anhaltenden Pupillenerweiterung. Ab und an werden auch Atropinsulfat-Nasensprays zur Anwendung bei vasomotorischer Rhinitis verordnet.

Vermeidung von Wägefehlern

Durch die Atropin-Stammlösung sollen Kleinsteinwaagen mit beträchtlichen Wägefehlern vermieden werden. Neben Atropin und Wasser enthält die Stammzubereitung Edetathaltige Benzalkoniumchlorid-Stammlösung 0,1 Prozent zur Konservierung. So hat die Stammlösung eine Verwendbarkeitsfrist von drei Monaten. Als Stammzubereitung muss das Standgefäß besonders gekennzeichnet werden. Das NRF empfiehlt:

  • Gefahrenpiktogramm: GHS 07: Achtung
  • „H332: Gesundheitsschädlich bei Einatmen“
  • BAK-Kennzeichnung: Oranger Punkt, „Atemschutz“ (optional)

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