Grenzen der Rührsysteme

Metronidazol im Topitec Alexandra Negt, 22.06.2020 08:49 Uhr

Berlin - Nicht selten klebt in der Rezeptur ein Merkzettel, der die herstellende PTA daran erinnert, dass Cremes mit Metronidazol nicht im Topitec gerührt werden dürfen, da es zur Agglomerat-Ausbildung kommt. Dies könnte man nicht pauschalisieren entgegnet Wepa. Das Unternehmen für Apothekenbedarf vertreibt das Gerät und führt selbst immer wieder Untersuchungen durch, um optimale Herstellvorgaben geben zu können. Mit ein paar Tipps könnten zumindest auch hydrophile Salben im Topitec gerührt werden, so Wepa.

Metronidazol im Topitec – auf gar keinen Fall, so ist die Meinung vieler PTA. In der Schule haben die meisten einen kritischen Umgang mit den automatischen Rührsystemen erlernt. Sei es, weil es nur wenige Exemplare gab, oder weil die angehenden PTA das Rühren per Hand perfektionieren sollten. In der Apotheke werden die Systeme häufiger eingesetzt, nicht zuletzt, weil sie eine Zeitersparnis bieten. Dennoch: An den meisten Geräten findet sich ein Post-It mit dem Hinweis, dass Metronidazol nicht verarbeitet werden darf. Bei falscher Herstellungstechnik kann es zur Entstehung von Wirkstoffnestern kommen. Diese Agglomerate führen dazu, dass die Creme nicht homogen wird und schlussendlich nicht abgegeben werden darf. Da die Agglomerate häufig nur bei der Ausstreichprobe erkennbar sind, sollte stets eine Inprozessprüfung vorgenommen werden.

NRF 11.91. – hydrophile Metronidazol-Creme 1 Prozent

Geprüft wurde beispielsweise die hydrophile Metronidazol-Creme 1 Prozent (NRF 11.91.) in der Größe 30 Gramm. Hier wird Metronidazol in nichtionischem wasserhaltigem Liniment verarbeitet. „Wichtig ist, dass mikronisierter Wirkstoff verwendet wird“, so Claudia Schwan, Fach-PTA für Dermopharmazie, tätig im Apothekentechnikbereich bei Wepa. Um eine mögliche Inprozess-Wärme zu vermeiden, sollte die Grundlage vorgekühlt sein. „Nicht immer müssen die Grundlagen gekühlt verarbeitet werden, da Metronidazol jedoch sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen reagiert, ist eine grundsätzlich kältere Grundlage zu bevorzugen.“

Die dauerhafte Lagerung im Kühlschrank ist jedoch nicht immer gut – Kälte ist bei einigen Rezepturen nicht vorteilhaft. Wer viele Rezepturen mit nichtionischem wasserhaltigem Liniment herstellt, kann über zwei Standgefäße nachdenken, eines im Regal, eines im Kühlschrank. Die passenden Kühlmanschetten für den Topitec führt Wepa nicht mehr: „Mit der Zeit haben immer Tests gezeigt, dass die Manschetten nur einen geringfügigen Effekt auf die Temperatur der Creme haben. Die Wärme wird nur am äußeren Rand vermieden, in der Mitte steigt sie trotz Kühlmanschette.“

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