Rezepturtipp: Zinkoxid und Glucocorticoide

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Berlin - Zink wird in Dermatika häufig zur Wundheilungsförderung hinzugefügt. Bei Rezepturen mit wasserhaltigen Grundlagen und Corticoide sollte auf eine Kombination mit Zinkoxid aufgrund von Wechselwirkungen verzichtet werden. Soll trotz Rücksprache mit dem Arzt eine Creme mit beiden Stoffen angefertigt werden, so ist die Haltbarkeit zu verkürzen.

Hydrolytische und oxidative Zersetzungen

Bei der Bewertung der Kombination von Zinkoxid und Kortison ist generell zu differenzieren, ob es sich um eine wasserfreie oder wasserhaltige Rezepur handelt. Die basische Reaktion des Zinkoxids lässt sich nicht korrigieren – in wasserhaltigen Grundlagen ist die Stabilität der Glucocorticoide durch hydrolytische und oxidative Zersetzungen begrenzt. Je nach Wirkstoff ist eine Herstellung mitunter gar nicht möglich. In wasserfreien Zubereitungen finden diese Prozesse nicht oder verlangsamt statt – eine Kombination ist stabil.

Faktoren für Wirkstoffzerfall

Wie stark die basische Reaktion ist, hängt von der Zinkoxid-Konzentration und dem Wassergehalt der Grundlage ab. Je höher der in der Wasserphase gelöste Anteil des Gluccocorticoids, desto schlechter die Stabilität. Wirkstoffe mit geringer Wasserlöslichkeit sind stabiler, soweit der Wirkstoff teilweise suspendiert vorliegt.

Des Weiteren gibt es grundsätzliche stoffspezifische Unterschiede hinsichtlich der pH-abhängigen Zersetzung: Ester sind meist oxidationsstabiler als unveresterte Gluccocorticoid-Akohole (Triamcinolonacetonid/Triamcinolon). In Salben sollten stets die Ester der Kortisone verarbeitet werden. Als unveresterter, freier Alkohol sind die Arzneistoffe quasi wasserunlöslich. Da sie eine gute orale Bioverfügbarkeit aufweisen, werden sie hauptsächlich in Tablettenform angewendet und weniger in Dermatika.

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