Triamcinolonacetonid – ein dankbares Kortison

, Uhr
Berlin -

Gerade bei entzündeten Hautarealen greifen Hautärzt:innen auf selbst verordnete Wirkstoffkombinationen zurück. Oft finden sich Kombinationen von Externsteroiden, Antibiotika und Antimykotika. Um die Haut auszutrocknen, kommen häufig weitere Substanzen wie Zink dazu. Je mehr Wirkstoffe die PTA auf der Verordnung findet, desto häufiger die Notwendigkeit einer ärztlichen Rücksprache. Die meisten Kortison-Antibiotika-Zink-Kombinationen sind nicht plausibel. Da freut es, wenn zumindest Triamcinolonacetonid vom Dermatologen ausgewählt wurde.

Dermatika mit Kortisonen gehören zu den häufigsten Rezepturen in der Apotheke. Nicht selten muss die PTA vor der Herstellung eine umfangreiche Plausibilitätsprüfung vornehmen, denn nicht immer kann das, was der Arzt/die Ärztin verordnet hat, auch hergestellt werden. Als relativ gut untersucht gilt Triamcinolonacetonid. Das Zentrallaboratorium (ZL) hat den Stoff in unterschiedlichen Grundlagen untersucht – darunter auch zinkhaltige Grundlagen.

Egal ob Basiscreme, anionische hydrophile Creme oder Kühlsalbe – Triamcinolonacetonid ist unabhängig von der Dosierung über drei Monate stabil. So kann die PTA auch bei der Verordnung von weicher Zinkpaste eine Haltbarkeit von drei Monaten geben. Diese Angabe kann allerdings nicht für andere Zink-Grundlagen übernommen werden. Da die weiche Zinkpaste kein Wasser enthält, spielen Faktoren wie der pH-Wert keine Rolle. In wasserfreien Milieus laufen Zersetzungsprozesse zudem stets langsamer ab.

Die basische Reaktion des Zinkoxids lässt sich nicht korrigieren. Wie stark die basische Reaktion ist, hängt von der Zinkoxid-Konzentration und dem Wassergehalt der Grundlage ab. Je höher der in der Wasserphase gelöste Anteil des Gluccocorticoids, desto schlechter die Stabilität. Wirkstoffe mit geringer Wasserlöslichkeit sind stabiler, soweit der Wirkstoff teilweise suspendiert vorliegt.

Cave: Triamcinolon/Triamcinolonacetonid

Der Rezeptar sollte bei der Begutachtung der Verordnung zunächst überprüfen, ob die richtige Verbindung von Triamcinolon aufgeschrieben wurde. Triamcinolonacetonid ist aufgrund der höheren Lipophilie zehnmal wirksamer als Triamcinolon. Aufgrund der unterschiedlichen Hautpenetration sollte in dermalen Rezepturen stets Triamcinolonacetonid verordnet werden. Das gilt nicht für alle Kortisone: Die Paare Prednisolon und Prednisolonacetat sowie Hydrocortison und Hydrocortisonacetat sind etwa gleich stark wirksam. Der Ester ist praktisch wasserunlöslich, was dazu führt, dass bei der Herstellung beachtet werden muss, dass es sich um eine Suspensionssalbe handelt.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Mehr aus Ressort
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr »
Covid-19-Fälle in der Familie
Corona befeuert Personalnot in Apotheken »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»