Hormone in der Rezeptur

, Uhr

Berlin - Hormone kommen sowohl in Form von Testosteron-, als auch Östrogenverbindungen in der Rezeptur vor. Einige Apotheken haben sich sogar auf Hormonkosmetik spezialisiert. Bei vielen PTA klingeln beim Thema Hormone die Alarmglocken, denn zum einen muss der Arbeitsschutz beachtet werden, zum anderen stellen einen die geringen Wirkstoffmengen vor Herausforderungen.

Liegt der PTA eine Rezeptur über eine hormonhaltige Zubereitung vor, so muss vor allem auf den Arbeitsschutz geachtet werden. Estradiol & Co. zählen zu den sogenannten CMR-Stoffen. So steht Estradiol beispielsweise im Verdacht, Krebs zu erzeugen, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib zu schädigen. Gekennzeichnet sind diese Stoffe mit den entsprechenden H- und P-Sätzen. H 351 besagt beispielsweise, dass ein potentielles Krebsrisiko von dem Stoff ausgeht.

Die Sätze H 360 bis H 362 beziehen sich auf das mutagene und reproduktionstoxische Risiko. Innerhalb der BAK-Leitlinie lässt sich der jeweils benötigte Arbeitsschutz ablesen. Für Schwangere gilt ein Beschäftigungsverbot für Stoffe, die mit folgenden H-Sätzen gekennzeichnet sind: H361, H361d, H361fd, H362, H370, H300, H310, H330, H301, H311, H331 und H304. Auch für Stillende gibt es Einschränkungen. Sie dürfen Stoffe mit dem Satz H362 nicht verarbeiten. Wer mit mehreren PTA gleichzeitig in der Rezeptur arbeitet, sollte schwangere oder stillende Kolleginnen rechtzeitig über die anstehende Verarbeitung informieren, sodass diese die Rezeptur verlassen können.

Persönliche Schutzausrüstung anlegen

Bei CMR-Stoffen gilt die einfache Regel, dass der komplette Schutz anzulegen ist. Das bedeutet, dass mit geschlossenem Kittel, Handschuhen, Schutzbrille und geeignetem Atemschutz zu arbeiten ist. Der Atemschutz sollte solange getragen werden, wie Stäube entstehen können. Vor allem beim Wiegen und Überführen sollte eine FFP3-Maske getragen werden. Um Unterdosierungen zu vermeiden, sollte wenn möglich immer mit Wirkstoff-Verreibungen gearbeitet werden. Diese sind gleichzeitig weniger schädlich für den Rezeptar. Für einige Stoffe können Verreibungen bestellt werden. Bei häufiger Verwendung kann die Apotheke diese auch selbst herstellen. Die Dokumentation und Prüfung darf dann nicht vergessen werden.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Großflächige Anwendung vermeiden
Achtung: Propylenglycol bei Kindern »
Mehr aus Ressort
Rückkehr der Kitakeime
RS-Virus: Kunden richtig beraten »
Weiteres
Drei Wochen abgeschaltet
Facebook erlaubt Vagisan wieder»
Familienpackung für die Hausapotheke
Nasic kommt im Doppelpack»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»