Rezeptur-Apotheke: 100 Zubereitungen pro Tag, 30.000 pro Jahr

, Uhr
Berlin -

Die Herstellung von Rezepturen gehört in vielen Apotheken zu den eher unbeliebten Aufgaben. Oft werden sie zwischen HV-Tisch und Telefon angefertigt und sind vor allem lästig. Apotheker Dr. Simon Krivec hat sich mit seiner Adler Apotheke in Moers auf den Bereich spezialisiert. Er sieht zahlreiche Vorteile, auch seine Mitarbeiter:innen und die Kundschaft stehen individuellen Zubereitungen positiv gegenüber.

Es ist Dienstagmittag: Eine junge Mutter kommt mit einem Rezept über Kapseln für ihr Kind in die Apotheke. Sie müssen eigens für den kleinen Patienten angefertigt werden. Den meisten Teams würden nun schon die Schweißperlen auf der Stirn stehen, denn die Herstellung von Rezepturen ist oft unbeliebt – das gilt vor allem für spezielle Darreichungsformen abseits von Creme und Lösung.

Die Rezeptur ist immer besetzt

In der Adler Apotheke in Moers sind solche Anfertigungen jedoch keine Seltenheit – sie gehören zum täglichen Brot der Apotheke. „In vielen Apotheken werden nicht mehr jeden Tag Rezepturen hergestellt“, weiß auch Krivec. Bei ihm ist die Rezeptur jedoch täglich von 9 bis 18 Uhr besetzt. Insgesamt vier PTA arbeiten rund 120 Stunden pro Woche an verschiedenen Cremes, Lösungen, Kapseln und vielem mehr.

Die Arbeit sei vor allem deshalb so unbeliebt, weil sie zeitaufwändig ist. „Dabei macht sie das apothekerliche Handwerk aus und grenzt uns vom Versandhandel ab“, findet der Inhaber. „Das wird auf lange Sicht auch von den Kunden honoriert.“ Denn mittlerweile hat sich in Moers und Umgebung herumgesprochen, dass viele Cremes in der Adler Apotheke schon auf Vorrat bereitliegen. Viele Kund:innen kämen gezielt zu ihm – auch von weiter her. „Kunden bekommen von uns nicht zu hören, dass sie am Folgetag oder sogar noch später wiederkommen sollen.“ Rund 100 Rezepturen – die Favoriten der umliegenden Dermatologen – würden im Defekturmaßstab produziert und lägen griffbereit.

Seltenere Herstellungen werden laut Krivec in der Regel innerhalb kurzer Zeit angefertigt, sodass die Kund:innen in der Zwischenzeit etwas erledigen können. „Da wir viele Rezepturen machen, haben wir die meisten Ausgangsstoffe auch da und können somit auch spontan mal eine seltenere Rezeptur herstellen – denn das Labor ist bei uns immer besetzt“, erklärt Krivec.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Mehr aus Ressort
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr »
Covid-19-Fälle in der Familie
Corona befeuert Personalnot in Apotheken »
Beeinflussung von Metastasen
Palmfett, Rezeptoren und Krebs »
Weiteres
Wenig Interesse an Telemedizin
Stada-Umfrage: Arzt sticht App»
EU muss Schnittstellen-Verordnung absegnen
E-Rezept: Vorerst keine Daten für Vor-Ort-Plattformen»
Hausärzte klagen über fehlenden Impfstoff
„Womit sollen die Apotheken impfen?“»
Pfeiffer befürchtet Beitragssteigerung
Kassen wollen Ausgaben drücken»
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr»
Covid-19-Fälle in der Familie
Corona befeuert Personalnot in Apotheken»
Beeinflussung von Metastasen
Palmfett, Rezeptoren und Krebs»