Fehlerquelle Waage

, Uhr

Berlin - In der Apotheke gibt es zwei verschiedene Waagentypen. Einmal die Rezepturwaage mit zwei Nachkommastellen und einmal die Analysen- oder Präzisionswaage mit vier Nachkommastellen. Gelegentlich stehen darüber hinaus spezielle Teewaagen parat; hier reicht eine Genauigkeit mit nur einer Nachkommastelle aus. Der richtige Umgang mit den Geräten ist wichtig, um Wägefehler zu vermeiden. Nicht nur die richtige Auswahl ist daher von Bedeutung, sondern auch die Eliminierung von Störfaktoren und die regelmäßige Kontrolle.

Wiegen gehört zum Alltag einer Rezeptur-PTA. Dennoch kann es sein, dass sich mit der Zeit einige Fehler beim Umgang mit den empfindlichen Geräten einschleichen. Je nach Gewicht des Wägegutes muss die PTA wählen zwischen der Rezeptur- und der Analysenwaage. Um stets richtige Ergebnisse zu erzielen, sollten einige Regeln eingehalten werden.

Standort

Für alle Waagen gilt: Nur eine glatte, ebene Oberfläche liefert zuverlässige Gewichtsangaben. Wackelnde Waagen sind ein No-Go – stehen nicht alle Füßchen der Waage auf der Arbeitsfläche, so schwankt das Gewicht. Zudem sollte ein starker Luftstrom vermieden werden. Die Waagen sollten nach Möglichkeit nur bei geschlossenem Fenster benutzt werden. Schnelles Gehen in der Nähe der Waage kann die Anzeige ebenfalls schwanken lassen. Analysenwaagen haben Glasschiebetüren, um genau diesen Fehler zu vermeiden. Das Gewicht sollte erst bei geschlossener Tür abgelesen werden. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Gerät sollte vermieden werden. Auch Magneten können zu Fehlern führen: In einigen Rezepturen werden die Verordnungen in Rezepthüllen an einem Magnetband gesammelt, um einen besseren Überblick über die Reihenfolge zu haben. Sind diese Magneten zu nah an der Waage positioniert, so kann dies zu falschen Ergebnissen führen.

Prüfgewicht und Stand-by-Modus

Um morgens direkt mit der Arbeit beginnen zu können, sollten die Waagen nicht vom Netz genommen werden. Im Stand-by-Modus ist die Waage direkt einsatzfähig. Wird das Gerät über Nacht nicht mit Strom versorgt, so muss die Aufwärmzeit am Folgetag beachtet werden. Je nach Waagentyp kann diese wenige Minuten bis mehrere Stunden betragen. Vor der ersten Einwaage sollte eine Wägung mittels Prüfgewicht erfolgen. Der ermittelte Wert kann zur Dokumentation in ein fortlaufendes Protokoll übertragen werden. Weicht das angegebene Gewicht vom tatsächlichen Gewicht des Prüfobjektes ab, so müssen Apotheker und PTA auf Fehlersuche gehen. In der Praxis stellt sich häufig heraus, dass die Libelle der Waage nicht richtig eingestellt ist. Durch abendliches Reinigen der Arbeitsfläche kann es vorkommen, dass die Füßchen verstellt werden. Scheint ein Einstellen der Libelle unmöglich, so sollten zunächst alle Schrauben auf minimale Höhe gestellt werden. Mit dieser Ausgangsstellung kann das Einstellen häufig erleichtert werden.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Anteil innerhalb einer Woche verdoppelt
Drosten: Delta-Variante wirklich ernst nehmen»
CEO verteidigt schlechte Wirksamkeit
Curevac für Entwicklungsländer?»
Stada bläst Aktion ab
Ladival: QVC als Resterampe»
Betriebsärzt:innen im Einsatz
Impfkampagne bei OTC-Herstellern»
Zwei Tabletten pro Blisternapf
Update zur Überfüllung bei Abstral»
Aufgrund ausgefallener Influenza-Saison
Grippesaison 21/22: Fehlt der Impfstoff?»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Polizei warnt vor Honorarbetrügern»
Kürzung bei Zertifikat-Honorar
Hansmann schreibt an Merkel»