Optimaler pH-Wert notwendig

Rezepturtipp: Erythromycin

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Berlin -

Erythromycin wird häufig in Dermatika in Kombination mit anderen Wirkstoffen verarbeitet. Wird das Antibiotikum mit einem Glucocorticoid, einem Antimykotikum oder einer sauer konservierten Grundlage kombiniert, kann der Wirkstoffgehalt in der Zubereitung in kürzester Zeit rapide absinken. Erythromycin ist stark pH-abhängig und sollte daher nur einzeln, am besten nach standardisierten Vorschriften, verarbeitet werden.

pH-Optimum

Erythromycin hat einen relativ engen pH-Bereich, indem es optimal wirkt. Das Stabilitäts- und Wirkoptimum liegt bei pH 8 bis 8,5. Erythromycin selbst reagiert basisch, sodass Zubereitungen auf Grundlage von Basiscreme DAC pH-Werte von über 10 erreichen können, je nach eingesetzter Wirkstoffmenge. Da die Grundlage weder Puffersubstanzen noch sauer reagierende Bestandteile enthält wird Citronensäure zur pH-Korrektur hinzugefügt. So lässt sich der pH auf Werte zwischen 8 und 8,5 senken.

Die Citronensäure sollte nicht parallel mit Erythromycin eingewogen werden. Es empfiehlt sich, die Citronensäure-Lösung immer frisch herzustellen und am Ende der Herstellung einzuarbeiten. Der pH-Wert sollte optimaler Weise mit einem pH-Meter überprüft werden. Die Prüfung mittels Teststäbchen ist für halbfeste Zubereitung nur bedingt geeignet. Bei zu niedrigem oder hohem pH darf die Rezeptur nicht abgegeben werden. Erythromycin unterliegt im sauren Milieu rascher Zersetzung. Je nach pH-Wert kann der Großteil des Wirkstoffes sich innerhalb von zwei Tagen zersetzen.

Die Einstellung des pH-Optimums mit Hilfe von Citronensäure-Lösung stabilisiert nur den gelösten Anteil an Erythromycin. Gleichzeitig erhöht sich die Salzbildung – die Stabilität der Gesamtzubereitung wird demnach kaum verbessert. Suspendiertes, also in Cremestruktur gebundenes Erythromycin, zersetzt sich langsamer als frei in der Wasserphase gelöster Wirkstoff.

Löslichkeit

Erythromycin ist schlecht löslich in Wasser, in Mittelkettigen Triglyceriden ist der Wirkstoff wenig löslich und in Propylenglycol löst er sich zu etwas 5 Prozent. Erythromycin sollte niemals direkt mit der Grundlage angerieben werden.

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