Auf die Ausgangsstoffe kommt es an

Rezepturtipp: Erwärmen und ergänzen Alexandra Negt, 15.10.2020 08:53 Uhr

Berlin - Wärme dient vor allem bei Lösungsprozessen der Prozessbeschleunigung. Einige Substanzen können überhaupt erst durch Erwärmen vollständig in Lösung gebracht werden. Nach dem Abkühlen müssen Verdunstungsverluste ergänzt werden. Auch bei anderen Rezepturen kommt es zu solchen Verlusten, so beispielsweise bei leicht flüchtigen Grundlagen oder Gelen mit langen Quellzeiten. Nicht immer kann jedoch einfach mit Wasser & Co. auf 100 Prozent aufgefüllt werden.

In der Rezeptur gehört das Erwärmen zum Alltag. Das NRF unterscheide übrigens zwischen schwachem Erwärmen, Erwärmen und Erhitzen. Bei Temperaturen zwischen 25 und 40 °C spricht das NRF von schwachem Erwärmen. Erst ab 41 °C beginnt der Bereich des Erwärmens. Bei Temperaturen über 75 Grad wird erhitzt. Neben dem Wasserbad kann auch auf einer Heizplatte erwärmt werden. Für spezielle Rezepturen kann auch im Trockenschrank erwärmt oder erhitzt werden. Als Raumtemperatur gelten übrigens Temperaturen zwischen 15 und 25 °C.

Erwärmen bei Herstellungen

Beim Erwärmen auf dem Wasserbad muss der Rezeptar einige Punkte beachten. So soll die Erwärmung des zu erwärmenden Gutes beispielsweise lediglich durch den Kontakt des Behältnisses mit dem Luft-Wasser-Gemisch im Wasserbad erfolgen. Praktisch bedeutet das, dass das Gefäß nicht im Wasser hängt, sondern durch die entstehende Wärme erwärmt wird. Zunächst scheint diese Vorgehensweise langsamer zu sein, die Wärmeverteilung in der Luft ist jedoch gleichmäßiger als im Wasser. Das Gerät wird also nur minimal mit Wasser befüllt, so dass ein „Trockenlaufen“ während der Wärmeanwendung ausgeschlossen werden kann. Die tatsächliche Temperatur des zu erwärmenden Gutes ist dabei in geeigneter Weise zu bestimmen. Das NRF beschreibt die gängige Methode mittels Infrarot-Thermometer.

Erwärmen bei Prüfungen

Bei Prüfungen gelten andere Vorgaben beim Erwärmen. Hier bezeichnen Temperaturangaben die Temperatur des Wassers im Wasserbad und das Wasserbad ist weitestgehend mit Wasser befüllt. Beschreibt die Prüfvorschrift ein Vorgehen „im Wasserbad“, so soll das Prüfbehältnis zu einem angemessenen Anteil in das Wasser eingetaucht wird. Dagegen steht die Anweisung „auf dem Wasserbad“. Diese Formulierung bedeutet, dass das Behältnis nur mit dem Boden in das Wasser eingetaucht wird. Bei Herstellungen sowie bei Prüfungen gilt: Es soll kein Wasser aus dem Luft-Wasser-Gemisch im Wasserbad im Behältnis kondensieren.

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