Rezepturtipp: Polidocanol

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Berlin - Polidocanol 600, Thesit, Lauromacrogol 400, Macrogol-9-laurylether: Vier Namen – eine Substanz. Nicht selten stehen mehrere angebrochene Gefäße des Lokalanästhetikums an unterschiedlichen Orten im Rezepturregal. Neben mehreren gängigen Bezeichnungen besitzt die Substanz auch einige Tücken bei der Verarbeitung.

Namensgebung

Polidocanol 600 und Lauromacrogol 400 weisen mit ihren Kennzahlen auf den gerundeten mittleren Anteil der Ethylenoxideinheiten hin. Diese Einheiten sind der hydrophile Teil des Moleküls. Lauromacrogol 400 ist nach Arzneibuch eine Substanz höherer Reinheit. Analoge Substanzen geringerer Reinheit werden als Macrogol-9-laurylether bezeichnet. Der Handelsname ist Thesit.

Wirkprinzip

Bei Polidocanol handelt es sich um einen nicht-ionogenen Emulgator mit lokalanästhetischen, juckreizstillenden und grenzflächenaktiven Eigenschaften. Zwar weist die Substanz auch antimikrobielle Effekte auf, in Emulsionssystemen kann diese Wirkung mitunter vermidnert sein, sodass nachkonserviert werden muss.

Substanzeigenschaften

Polidocanol ist bei Temperaturen unter 25 °C eine eher feste, weiße Substanz. Für eine bessere Dosierung sollte der Ausgangsstoff vor der Einwaage sanft erwärmt werden. Temperaturen von 40 bis 50 Grad reichen hierfür aus. In der Praxis kann die Substanz auf dem Wasserbad erwärmt werden. Je nach Außentemperatur reicht oftmals ein kurzes Erwärmen unter dem Wasserhahn. Flüssig dosiert lässt sich die Substanz leichter in die jeweilige Salbengrundlage einarbeiten. Die Flüssigkeit ist viskos und klar, sowie farblos bis schwach gelb.

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