ABDA: PTA an der Leine halten

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Weder der Abschluss der staatlichen Prüfung als PTA noch zuzügliche Berufserfahrung in Verbindung mit dem Nachweis regelmäßiger Fortbildung führten zu einem fachlichen Kompetenzniveau, das eine kritische Überprüfung der Abgabe der Arzneimittel durch einen Apotheker mit fünfjähriger Ausbildung, davon vier Jahre naturwissenschaftlicher Ausbildung an der Universität, entbehrlich mache, findet die ABDA. Die vorgesehene Regelung zum Verzicht auf die Vorlage von Verschreibungen sei auch vor dem Hintergrund der geplanten Ausweitung des Botendienstes zu betrachten. „Die angedachte Kompetenzerweiterung für PTA bekäme hierdurch eine über die reine Tätigkeit in den Betriebsräumen hinausgehende Auswirkung“, so die ABDA.

Die Prüfung einer Verschreibung müsste dann nicht mehr zwingend in der Apotheke erfolgen, sondern könnte auch abschließend beim Patienten vor Ort vorgenommen werden. Rezepte, die nicht zu Abrechnungszwecken in der Apotheke benötigt werden, würden auf diese Weise nie in die Betriebsräume gelangen und damit jeglicher Nachprüfungsmöglichkeit entzogen. ABDA: „Dies lehnen wir als ausgesprochen bedenklich ab. Wir lehnen es daher aus Gründen der Arzneimitteltherapiesicherheit und damit der Patientensicherheit ab, dass Apothekenleiter unter bestimmten Voraussetzungen auf die Beaufsichtigung der PTA bei der Abgabe von Arzneimitteln auf ärztliche Verschreibung verzichten können.“

Begrüßt wird von der ABDA die Beibehaltung der bisherigen Ausbildungsstruktur – zwei Jahre Lehrgang an der Berufsfachschule und ein halbes Jahr praktische Ausbildung in der Apotheke. „Zwingende inhaltliche Gründe für eine Verlängerung sehen wir nicht und halten eine Verlängerung daher für unverhältnismäßig“, so die Stellungnahme. Den zu erweiternden Ausbildungsinhalten in bestimmten Bereichen, insbesondere mit Blick auf die Information und Beratung, stünden vertretbare Kürzungen in anderen Fächern, vor allem in der Chemie und bei den chemischpharmazeutischen Übungen, gegenüber.

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