Gesundheitsministerkonferenz

Spahn soll sich um Lieferengpässe kümmern APOTHEKE ADHOC, 21.06.2018 15:31 Uhr

Berlin - Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat Jens Spahn (CDU) aufgefordert, gesetzliche Änderungen zur Vermeidung von Lieferengpässen zu prüfen. Denn trotz vielfältige Maßnahmen in den letzten Jahren seien „Lieferengpässe weiterhin ein Problem“. Außerdem sollen Patienten eine stärkere Position bekommen und besser informiert werden. Nach jedem Krankenhausaufenthalt sollten sie einen Patientenbrief erhalten, empfahlen die Länderminister auf ihrer Jahreskonferenz in Düsseldorf.

Eine „wichtige Ursache“ für Lieferengpässe scheine „der steigende Kostendruck sowie die Organisation und Distribution der Pharmaunternehmen“ zu sein, heißt es im Beschluss. „Vor diesem Hintergrund bittet die GMK das BMG zu prüfen, inwieweit eine Notwendigkeit gesetzlicher Änderungen oder anderer Maßnahmen besteht.“ Damit übernahmen die Ländergesundheitsminister den in der Vorbereitung des Treffens den bereits entschärften Antrag zum Thema Lieferengpässe.

Die Amtschefs der Gesundheitsministerien in Hessen und im Saarland hatten zunächst Anfang April einen schärferen Antrag vorgelegt. Für Lieferengpässe von Arzneimitteln gebe es „herstellungsbedingte Ursachen“. Dazu zählten für beide Ministerien die Komplexität der Produkte, die Zunahme regulatorischer Anforderungen, Produktionsprobleme, Engpässe bei Ausgangsstoffen, hohe Qualitätsvorgaben, Produktionskapazitäten, Globalisierung und Konzentrationsprozesse.

Für Preis- und Rabattdruck sorgten auch nationale Preis- und Erstattungsregulierungen, so die beiden Länderministerien. Dies führe zu unternehmerischen Entscheidungen wie die Rationalisierung von Produktionsprozessen und die Anpassung der Portfolios. Hinzu kämen Verteilungs- und Lagerprobleme. „Eine wichtige Ursache für Lieferengpässe, die bis dato regulatorisch nicht beziehungsweise nicht ausreichend adressiert wurden, scheint der steigende Kostendruck zu sein“, hieß es im Antrag zunächst.

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